„Warum sollte das Leben eines Christen weniger wert sein?“: Kristian Beara

Kristian Beara äußerte sich zur Verfolgung von Christen und zum Angriff auf Mönche in der Ukraine. Bild: UOJ

Am 14. September erklärte der Kölner CDU-Ratspolitiker, Polizist, Dozent für Verwaltungsrecht und Autor Kristian Beara, dass die Verfolgung von Christen aus seiner Sicht in der europäischen Öffentlichkeit zu wenig Beachtung finde. In einem Beitrag auf der Plattform Allianz für Freiheit thematisierte er auch den Angriff auf Mönche der Swjatohirsker Mariä-Entschlafens-Lawra und stellte ihn in einen größeren Zusammenhang mit der Verfolgung von Christen weltweit.

Ein orthodoxer Mönch wird in einem ukrainischen Kloster erstochen. In Nigeria werden Tausende Christen getötet. In Frankreich werden Kirchen geplündert, geschändet und angezündet. Und währenddessen verliert Europa zunehmend den Bezug zu seinem eigenen christlichen Fundament. Das ist keine Entwicklung, die man achselzuckend zur Kenntnis nehmen sollte – es ist maximal besorgniserregend.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Beara dem Tod des Mönchs Warsonofij Turyanskyi.

Es beginnt mit einer Nachricht, die in Deutschland kaum jemanden zu interessieren scheint.

Am 23. August 2026 wurde in der Swjatohirsker Mariä-Entschlafens-Lawra im ukrainischen Donezk-Gebiet der orthodoxe Mönch Warsonofij Turyanskyi getötet. Zwei weitere Menschen wurden bei dem Messerangriff schwer verletzt. Die Hintergründe und das Motiv sind unbekannt und müssen vollständig aufgeklärt werden.

Ein Mönch wird in einem Kloster ermordet. Und die große Empörung? Sie bleibt aus.

Das ist bemerkenswert. Aber vielleicht ist es auch symptomatisch.

Anschließend verwies Beara auf die weltweite Lage verfolgter Christen. Nach Angaben von Open Doors sind weltweit mehr als 388 Millionen Christen einem hohen Maß an Verfolgung oder Diskriminierung wegen ihres Glaubens ausgesetzt. Im Berichtszeitraum der World Watch List 2026 wurden 4.849 Christen wegen ihres Glaubens getötet, 3.490 davon in Nigeria.

Beara fragte zugleich, weshalb Christenverfolgung in Europa seiner Ansicht nach vergleichsweise wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhalte. Dabei stellte er die Frage: „Warum sollte das Leben eines Christen weniger wert sein?“

Einen weiteren Schwerpunkt legte Beara auf Angriffe gegen christliche Gotteshäuser in Frankreich. Er verwies auf Diebstähle, Vandalismus, Schändungen und Brandstiftungen. Die Gefahr sieht er nicht nur in den einzelnen Taten, sondern auch darin, dass sich die Gesellschaft zunehmend an solche Meldungen gewöhnen könnte.

Zugleich betonte Beara, dass Islam und Islamismus voneinander unterschieden werden müssten und nicht jede Beschädigung einer Kirche pauschal dem Islamismus zugerechnet werden dürfe. Gleichzeitig dürften radikale islamistische Strömungen und die von ihnen ausgehenden Gefahren nicht ignoriert werden.

Darüber hinaus kritisierte Beara den Bedeutungsverlust christlicher Traditionen in Europa. Leere Kirchen, verschwindende Gemeinden und ein zurückgehender Bezug auf christliche Symbole seien für ihn Teil einer Entwicklung, in der Europa zunehmend die Verbindung zu seinem eigenen christlichen Fundament verliere.

Zum Abschluss verband Beara die Frage der Christenverfolgung mit dem allgemeinen Schutz der Religionsfreiheit. Menschenrechte dürften seiner Auffassung nach nicht davon abhängen, welcher Religion ein Opfer angehöre.

„Religionsfreiheit ist unteilbar“, so Beara.

Zuvor berichtete die UOJ, dass der deutsche evangelische Theologe Dr. Heinrich Derksen den Angriff auf die Mönche der Swjatohirsker Lawra verurteilt und eine unabhängige sowie vollständige Aufklärung der Tat gefordert hatte.

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