Heilige Lioba: Äbtissin, Lehrerin und Ratgeberin im fränkischen Reich

Denkmal der heiligen Lioba von Tauberbischofsheim in Schornsheim. Foto: Kandschwar/Wikipedia

Die deutschsprachige orthodoxe Kirchengemeinde in Hannover, die zum Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa gehört, hat auf Instagram eine Videoreihe über die deutschen Heiligen des ersten Jahrtausends gestartet. Nach der heiligen Afra und den heiligen Ansgar und Bonifatius widmet sich ein neuer Beitrag vom 13. September 2026 der heiligen Lioba.

Lioba wurde um 710 in Wessex geboren und kam bereits als Kind in das Kloster Wimborne, wo sie eine umfassende geistliche und theologische Ausbildung erhielt. Später wirkte sie dort selbst als Lehrerin. Die Überlieferung beschreibt sie als gelehrt, besonnen, fromm und friedfertig.

Um 735 folgte Lioba auf Bitten ihres Verwandten, des heiligen Bonifatius, dem Ruf in das fränkische Reich. Sie übernahm die Leitung des Frauenklosters in Tauberbischofsheim und entwickelte sich zu einer wichtigen Gestalt der kirchlichen Erneuerung. Sie unterrichtete junge Frauen, unterstützte weitere Klöster und wirkte als geistliche Ratgeberin. Nach der Überlieferung suchten auch Bischöfe und Angehörige des Adels ihren Rat.

Das Video berichtet zudem von einem der Lioba zugeschriebenen Wunder. Als ein Feuer die Umgebung des Klosters bedrohte, sollen Bewohner sie um Hilfe gebeten haben. Lioba ließ von Bonifatius geweihtes Salz in einen nahegelegenen Bach streuen und forderte die Menschen auf, das Wasser gegen die Flammen einzusetzen. Der Überlieferung zufolge erlosch das Feuer daraufhin unvermittelt.

Bonifatius soll Lioba hoch geschätzt und gewünscht haben, dass sie nach ihrem Tod in seiner Nähe in Fulda bestattet werde. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Lioba in Schornsheim bei Mainz, wo sie nach traditioneller Datierung am 28. September 782 starb. Zunächst wurde sie in Fulda in der Nähe des Grabes von Bonifatius bestattet; später wurden ihre Reliquien auf den Petersberg überführt.

In Tauberbischofsheim wird Lioba bis heute als Stadtpatronin verehrt. Ihr Leben gilt in der christlichen Überlieferung als Beispiel für Gelehrsamkeit, Demut, Gebet und friedfertiges Wirken.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Diakon Igor Willimowski in Krefeld über die Liebe zu Gott und zum Nächsten predigte.

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