Serbisch-orthodoxes Kloster Himmelsthür wird nach Renovierung neu geweiht

Das serbisch-orthodoxe Kloster der Entschlafung der Allheiligsten Gottesgebärerin in Hildesheim-Himmelsthür: Außenansicht des historischen Kirchengebäudes (links) und Blick auf den Innenraum mit Ikonostase (rechts). Fotos: gemeinfei Wikipedia

Das serbisch-orthodoxe Kloster der Entschlafung der Allheiligsten Gottesgebärerin in Hildesheim-Himmelsthür: Außenansicht des historischen Kirchengebäudes (links) und Blick auf den Innenraum mit Ikonostase (rechts). Fotos: gemeinfei Wikipedia

Das serbisch-orthodoxe Kloster der Entschlafung der Allheiligsten Gottesgebärerin in Hildesheim-Himmelsthür soll am Samstag, dem 3. Oktober 2026, nach umfassender Renovierung wiedereröffnet und geweiht werden. Die Heilige Hierarchische Liturgie beginnt um 9 Uhr; anschließend ist ein kulturell-künstlerisches Programm im Klosterhof vorgesehen. Die Weihe wird Metropolit Grigorije von Düsseldorf und Deutschland vornehmen, wie die Eparchie mitteilte.

Das Kirchengebäude wurde 1902 als Kapelle des evangelischen Frauenheims Himmelsthür errichtet. Nachdem das Frauenheim in den 1970er-Jahren nach Hildesheim-Sorsum verlegt worden war und die alte Kapelle vom Abriss bedroht war, erwarb die serbisch-orthodoxe Kirche 1978 das Gotteshaus und angrenzende Gebäude. Nach der Umgestaltung für die orthodoxe Liturgie wurde die Kirche am 3. Juni 1979 auf die Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin geweiht. Unter dem damaligen Bischof Lavrentije Trifunović entstand dort auch ein Kloster.

Von 1979 bis 2015 war Himmelsthür Sitz des serbisch-orthodoxen Bischofs und Bischofskirche der jeweiligen Diözese. 1979 wurde der Bischofssitz der damals für Westeuropa zuständigen Diözese von Düsseldorf nach Himmelsthür verlegt; 1994 entstand daraus die Diözese für Mitteleuropa. 2015 wurde der Bischofssitz nach Frankfurt am Main verlegt, bevor er 2019 unter Bischof Grigorije nach Düsseldorf zurückkehrte.

Nach Angaben von Metropolit Grigorije in einem Interview im Juni wurde der Komplex über die Jahre immer wieder instand gehalten. Die nun abgeschlossene grundlegende Renovierung sei maßgeblich von einem in Deutschland geborenen Serben finanziert worden, dessen Eltern als Arbeitsmigranten nach Deutschland gekommen waren. Gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen habe er dafür eine beträchtliche Summe investiert. Metropolit Grigorije bezeichnete diesen Einsatz als ein „Geschenk des Himmels“.

Mit der Wiedereröffnung verbindet Metropolit Grigorije auch das Ziel, die serbisch-orthodoxe Präsenz in Deutschland sichtbarer zu machen. Das Kloster könne zu einem wichtigen Ort für die serbische Gemeinschaft werden und zugleich der deutschen Gesellschaft offenstehen. „Wir sind viele hier, wir sind präsent, wir sind gute Bürger, aber wir sind nicht sichtbar genug“, sagte der Geistliche. Über mehrtägige Veranstaltungen mit geistlichen und kulturellen Programmen solle die serbische Gemeinschaft zeigen, dass sie in Deutschland präsent ist und einen Beitrag zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben leistet.

Als mögliches Vorbild nannte Grigorije die katholischen Kirchentage. Auch die serbisch-orthodoxe Kirche müsse Gelegenheiten nutzen, um ihre Traditionen und ihr kulturelles Erbe öffentlich zu präsentieren.

Das Kloster Himmelsthür soll damit nach den Vorstellungen des Metropoliten zugleich geistliches Zentrum, Ort der Begegnung und sichtbarer Repräsentationsort der serbisch-orthodoxen Kirche in Deutschland werden. Seine besondere Bedeutung ergibt sich aus seiner Funktion als früherer Bischofssitz und Bischofskirche sowie aus seiner langen Geschichte als serbisch-orthodoxer Klosterstandort in Deutschland.

Die UOJ berichtete zuvor, dass eine neue Ausgabe der orthodoxen Schriftenreihe „Der Schmale Pfad“ erschienen ist.

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