ALfA fordert Prävention: „Jeder Suizid ist einer zu viel – auch der assistierte“
Cornelia Kaminski, Vorsitzende der ALfA. Foto: ALfA
Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) hat zum Welttag der Suizidprävention am 10. September 2026 einen Ausbau der Suizidprävention und der palliativen Versorgung gefordert. Der assistierte Suizid untergrabe nach Auffassung der Lebensschutzorganisation die Präventionsarbeit und erhöhe den gesellschaftlichen Druck auf besonders verletzliche Menschen, erklärte die Organisation in einer Mitteilung.
„Jeder Suizid ist einer zu viel – auch der assistierte“, sagte die ALfA-Vorsitzende Cornelia Kaminski. Jeder Suizid sei „Ausdruck eines Mangels an Solidarität, Empathie und helfenden Beziehungen“.
Statt weiterer Angebote zum assistierten Suizid brauche es eine umfassende Palliativversorgung, die Schmerzen lindere, Ängste löse und menschliche Nähe ermögliche. Zugleich müssten Ärzte und Pflegekräfte durch bessere Aus- und Weiterbildung befähigt werden, schwerkranke Menschen kompetent und empathisch zu begleiten, so Kaminski.
Die ALfA kritisierte, dass die Suizidprävention durch die zunehmende Verfügbarkeit assistierter Suizidhilfe geschwächt werde. „Je leichter der Zugang zu todbringenden Mitteln, desto höher die Suizidrate“, erklärte Kaminski. Besonders gefährdet seien Menschen in Phasen großer Verletzlichkeit, etwa bei schwerer Krankheit, Depression, Einsamkeit oder hohem Alter. Wenn die Option der Selbsttötung als gesellschaftlich akzeptierte Lösung angeboten werde, könne dadurch subtiler Druck entstehen, Angehörigen oder der Gesellschaft „eine Last“ zu ersparen.
Auch in Deutschland sieht die ALfA Handlungsbedarf. Weil das geschäftsmäßige Anbieten assistierter Selbsttötung nicht verboten sei, gebe es neben den großen Sterbehilfeorganisationen weitere Anbieter.
Kaminski kritisierte grundsätzlich, dass beim assistierten Suizid die für die Suizidprävention wichtigen Schutzbarrieren abgebaut würden: „Statt Barrieren zu errichten und Auffangnetze zu spannen, werden sie systematisch abgebaut.“ Assistierter Suizid „boykottiert systematisch die Prävention“, weil Dritte dem Todeswunsch zustimmten, Mittel bereitstellten und die Durchführung erleichterten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine neue Ausgabe der orthodoxen Schriftenreihe „Der Schmale Pfad“ erschienen ist.
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