Bischof Irenei von London: Christliche Einheit gründet in der Wahrheit
Bischof Irenei von London und Westeuropa spricht in seiner geistlichen Betrachtung über die Voraussetzungen wahrer christlicher Einheit. Foto: Screenshot YouTube
Bischof Irenei von London und Westeuropa von der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) hat in einer neuen geistlichen Betrachtung vor einem oberflächlichen Verständnis christlicher Einheit gewarnt. Die eigentliche Einheit der Christen bestehe nicht lediglich darin, persönliche Konflikte beizulegen, sich zu versöhnen oder Gemeinschaft miteinander zu pflegen. Vielmehr gehe es um die gemeinsame Verbindung jedes Menschen mit Gott und seiner Wahrheit. Die Betrachtung wurde am 9. September 2026 in englischer Sprache auf dem YouTube-Kanal „Patristic Nectar“ veröffentlicht.
Bischof Irenei unterscheidet zwischen legitimer Verschiedenheit und einer durch Sünde hervorgerufenen Spaltung. Unterschiedlichkeit gehöre zur von Gott geschaffenen Vielfalt; problematisch werde sie dort, wo Menschen, Familien, Völker oder Kulturen gegeneinander aufgebracht würden. Auch das bloße Zusammenführen von Menschen, die miteinander im Streit liegen, könne zwar ein wichtiger erster Schritt sein, stelle innerhalb des kirchlichen Lebens aber noch keine wirkliche christliche Einheit dar.
Christliche Einheit sei vielmehr „Einheit in der Wahrheit“. Sie entstehe dadurch, dass jeder Einzelne mit der Wahrheit Gottes verbunden werde. Bischof Irenei warnt deshalb davor, kirchliche Einheit durch das bloße Überwinden von Meinungsverschiedenheiten oder durch gegenseitige Rücksichtnahme herstellen zu wollen. Wo eigene Vorstellungen mit der unveränderlichen Lehre der Kirche in Konflikt gerieten, müsse dieser Widerspruch erkannt und korrigiert werden. Erst dadurch könne die von Gott gewollte Einheit wiederhergestellt werden.
Dabei fordert der Bischof zunächst zur Selbstprüfung auf. Jeder Christ solle zuerst bei sich selbst nach Abweichungen von der Wahrheit Christi suchen und diese korrigieren. Erst danach gehe es darum, den anderen „in Liebe“ auf Irrtümer hinzuweisen. Als Maßstab nennt der Geistliche die Heilige Schrift, die kirchlichen Kanones und die Lehre der Kirchenväter. Wo Spaltung und Konflikt entstünden, müsse daher gefragt werden, was von dieser Wahrheit wegführe. Nur durch die Korrektur des Falschen könne jene Einheit entstehen, die nicht nur für dieses Leben, sondern auch für das kommende Bestand habe.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Dionisij Idavajn in der neuen Ausgabe von „Frag den Priester“ über das Leben nach dem Tod, die Seele, das Gericht und die Trauer spricht.
Lesen Sie auch
Paris: Saint-Serge-Institut lädt zur Eröffnung des akademischen Jahres ein
Das neue Studienjahr beginnt am 12. September mit Göttlicher Liturgie, akademischer Feier, Begegnungen von Lehrenden und Studierenden und einem Gebet für die Schöpfung.
Metropolit Johannes zelebrierte zum Fest der Entschlafung der Gottesmutter
Göttliche Liturgie in der Alexander-Newski-Kathedrale in Paris: Der Geistliche sprach über die Gottesmutter als Urbild der Kirche sowie die Hoffnung auf das ewige Leben.
Bischof Irenei von London: Christliche Einheit gründet in der Wahrheit
Der Geistliche der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland warnte vor einer nur emotional verstandenen Einheit.
Liechtensteiner Landtag stimmt für Fristenregelung bei Abtreibungen
Erbprinz Alois hat sein Veto gegen die geplante Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in den ersten zwölf Wochen angekündigt.
Bulgarischer Patriarch Daniil: „Sich als lebendiger Tempel Gottes begreifen“
Zum Fest der Geburt der Gottesmutter rief das Kirchenoberhaupt zu Glauben, Geduld, Buße und einem Leben in Gebet und Nächstenliebe auf.
Bulgarischer Theologe: Schweigen zum Mord in Swjatogorsk ist schwere Sünde
Der Theologe Georgi Todorow verurteilte das Schweigen der Medien über den Angriff auf die Swjatogorsker Lawra.