Bulgarischer Patriarch Daniil: „Sich als lebendiger Tempel Gottes begreifen“

Der bulgarische Patriarch Daniil bei der festlichen Vesper zum Fest der Geburt der Gottesmutter in der Kirche im Sofioter Viertel Lagera. Foto: Patriarchat
Der bulgarisch-orthodoxe Patriarch Daniil hat am 7. September 2026, dem Vorabend des Festes der Geburt der Gottesmutter, eine festliche Vesper in der Kirche „Geburt der Jungfrau Maria“ im Sofioter Viertel Lagera geleitet. Zahlreiche Gläubige nahmen an dem Gottesdienst teil. Im Anschluss sprach Patriarch Daniil über die geistliche Bedeutung des Festes und stellte die Eltern der Gottesmutter, die gerechten Joachim und Anna, als Vorbilder des Glaubens und der Geduld dar. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
Die Geburt Mariens sei die „Frucht des Glaubens“, der Frömmigkeit und des geduldigen Ertragens von Prüfungen. Joachim und Anna hätten trotz ihrer Kinderlosigkeit, der damit verbundenen Schmach und der Vorwürfe ihres Umfelds nicht den Glauben verloren, sondern ihr Gebet vertieft und weiterhin auf Gott vertraut. In Maria habe Gott seinen „Thron auf Erden“ bereitet, so der Patriarch unter Bezug auf die liturgischen Texte des Festes.
Patriarch Daniil übertrug diese Aussage auf das geistliche Leben der Christen. Da Gott die menschliche Seele als „Wohnstätte“ und „lebendigen Tempel Gottes“ bestimmt habe, müssten sich die Gläubigen darauf vorbereiten, Gott in sich aufzunehmen. Dazu gehöre insbesondere die Reinigung des Gewissens von sündigen Gedanken, Worten und Taten, aufrichtige Reue und die Beichte. Gerade im Hinblick auf den Empfang der heiligen Kommunion rief er dazu auf, die eigenen Schwächen zu erkennen und sich um deren Überwindung zu bemühen.
Der Patriarch warnte in seiner Predigt zudem vor einer egoistisch geprägten Lebensweise, bei der Familie und Kinder als Belastung betrachtet würden. Dem stellte er das Beispiel von Joachim und Anna entgegen, die trotz ihrer schweren Prüfung im Glauben, in Reinheit und Nächstenliebe „im Geist“ gesät hätten. Patriarch Daniil rief die Gläubigen auf, durch Beharrlichkeit im Gebet, Nächstenliebe, Gottesdienst und einen würdig vorbereiteten Empfang der Eucharistie „Schätze im Himmel“ zu erwerben und so schließlich das ewige Leben zu ernten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Dionisij Idavajn in der neuen Ausgabe von „Frag den Priester“ über das Leben nach dem Tod, die Seele, das Gericht und die Trauer spricht.
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