Patriarch Daniel würdigt Johannes den Täufer als Lehrer der Familientreue

Patriarch Daniel bei seiner Lehrrede zum Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers in der Kapelle „Heiliger Großmärtyrer Georg“ der Patriarchalischen Residenz in Bukarest. Foto: Patriarchat
Der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel hat am 29. August 2026, dem Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers, dessen geistliche Bedeutung hervorgehoben. In einer Lehrrede in der historischen Kapelle „Heiliger Großmärtyrer Georg“ der Patriarchalischen Residenz in Bukarest bezeichnete er den Vorläufer Christi unter anderem als Lehrer der familiären Einheit und der Treue zwischen Mann und Frau. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
Patriarch Daniel erinnerte daran, dass Johannes der Täufer in der Orthodoxen Kirche eine besondere Verehrung genießt. Sechs Tage im Kirchenjahr sowie jeder Dienstag sind seinem Gedenken gewidmet. Als letzter Prophet des Alten Testaments und Vorläufer Christi nehme Johannes zugleich eine verbindende Stellung zwischen Altem und Neuem Testament ein.
Nach den Worten des Patriarchen zeige insbesondere der Tod des Täufers dessen prophetischen Mut. Johannes habe öffentlich die Beziehung des jüdischen Herrschers Herodes Antipas mit Herodias, der Frau seines Bruders, als unrechtmäßig angeprangert. Wegen dieser Kritik sei er auf Betreiben Herodias' enthauptet worden. Herodes habe die Hinrichtung nach einem Festmahl angeordnet, nachdem die Tochter der Herodias, Salome, auf Wunsch ihrer Mutter den Kopf des Täufers gefordert hatte.
Patriarch Daniel verwies außerdem auf die Überlieferung über das verehrte Haupt Johannes des Täufers. Dieses sei zunächst heimlich beigesetzt und später nach Jerusalem und anschließend nach Emesa in Syrien gebracht worden. Weitere Stationen seien Konstantinopel und das Gebiet an der Grenze zum Byzantinischen Reich und Armenien gewesen. Nach der Rückkehr nach Konstantinopel im 9. Jahrhundert werde dieses Ereignis als dritte Auffindung des Hauptes bezeichnet. Einen Teil der Reliquie brachten westliche Kreuzfahrer 1204 nach dem Vierten Kreuzzug nach Amiens in Frankreich, wo er bis heute verehrt wird.
Die Enthauptung Johannes des Täufers ist nach den Worten des Patriarchen mit einem strengen Fasten verbunden. Die kirchliche Ordnung solle daran erinnern, dass Maßlosigkeit, Trunkenheit und Ausschweifung zu moralischem Verfall, Ungerechtigkeit und sogar zur Tötung Unschuldiger führen könnten. Johannes sei deshalb nicht nur ein Vorbild der Buße und des Gebets, sondern auch der Selbstbeherrschung, der Familientreue, der Menschenwürde und der sozialen Gerechtigkeit. Seine asketische Lebensweise mache ihn zudem zu einem besonderen Vorbild für Mönche und Nonnen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der Publizist Alexander Kissler den katholischen und evangelischen Kirchen eine „Unterwerfung“ unter den Islam vorwarf.
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