Auf Haiti wurden wegen des Terrors bewaffneter Banden 65 katholische Pfarreien geschlossen
Karte von Haiti. Foto: cbma.net
Auf Haiti wurden wegen der Gewalt bewaffneter Banden 65 katholische Pfarreien geschlossen. Extremisten besetzen Kirchen, greifen religiöse Schulen an und entführen Geistliche, um die vollständige Kontrolle über Regionen des Landes zu erlangen. Darüber berichtet Christian Today.
Kriminelle Gruppen erzwangen die Schließung von rund 40 Pfarreien in der Hauptstadt Port-au-Prince, weiteren 15 Pfarreien auf dem Zentralplateau des Landes und 10 Pfarreien im Département Artibonite. Bewaffnete Banden kontrollieren derzeit zwischen 70 und 90 Prozent des Gebiets der Hauptstadt und weiten ihre Präsenz aktiv auf andere Regionen aus. In den von ihnen kontrollierten Gebieten erheben die Banden illegale Abgaben, während die herrschende Gesetzlosigkeit Pfarreien, Schulen und Klöster dazu zwingt, ihre Gebäude eilig zu verlassen.
Der katholische Bischof von Jérémie, Joseph Gontrand Décoste, erklärte, Kirchen, Klerus und Ordensgemeinschaften würden immer häufiger zum Ziel geplanter Angriffe. „Wir bleiben die letzte Barriere – moralisch, ethisch, geistlich und prophetisch“, sagte Bischof Décoste. „Gerade deshalb versuchen sie, uns zu zerstören.“
Bewaffnete Gruppen setzen kirchliche Gebäude und Schulen nicht nur in Brand oder plündern sie, sondern verwandeln sie auch in befestigte Stützpunkte. Priester, Seminaristen und Ordensschwestern werden regelmäßig Opfer von Gewalt. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 entführten Banditen zwei katholische Priester und töteten einen Seminaristen. Bereits im März 2025 hatten Bandenmitglieder die Schwestern Evanette und Jeanne aus dem Orden der Kleinen Schwestern der heiligen Thérèse während ihres Dienstes in der Stadt Mirebalais brutal ermordet.
Im Laufe des Jahres 2024 entführten Kriminelle neun Ordensschwestern, fünf Ordensmänner und vier Priester.
Trotz der tödlichen Gefahr setzt die Kirche ihre missionarische Tätigkeit überall dort fort, wo es möglich ist. Priester und Freiwillige leisten Tausenden von Flüchtlingen pastorale und praktische Hilfe. Radioübertragungen von Gebeten und Online-Unterricht helfen den Gemeinden, in Verbindung zu bleiben, wo ein normales Pfarrleben unmöglich geworden ist. Bischof Décoste dankte den Gläubigen für die geistliche und finanzielle Unterstützung, die der Kirche Kraft gebe, standzuhalten.
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