Vortrag über die geistliche Lehre des Altvaters Aimilianos von Simonopetra
Johannes A. Wolf sprach bei der Theologischen St.-Justin-Konferenz in Geilnau über das Leben und die geistliche Lehre des Altvaters Aimilianos von Simonopetra. Foto: Screenshot YouTube
Der Referent Johannes A. Wolf hat bei der Theologischen St.-Justin-Konferenz am 14. und 15. Juli 2026 im serbisch-orthodoxen Kloster des heiligen Spyridon in Geilnau die geistliche Lehre des Altvaters Aimilianos von Simonopetra (1934–2019) vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dessen Rolle als Erneuerer des orthodoxen Mönchtums sowie seine Sicht auf Gebet, Freiheit und die persönliche Gottesbeziehung. Das Kloster veröffentlichte den Vortrag nach der Konferenz auf seinem YouTube-Kanal.
Johannes A. Wolf zeichnete den Lebensweg von Altvater Aimilianos nach, der zunächst die Meteora-Klöster erneuerte und später mit seiner Bruderschaft das Athos-Kloster Simonopetra wiederbelebte. Unter seiner geistlichen Führung entstanden zudem das Frauenkloster Ormylia in Griechenland sowie weitere Klöster, unter anderem in Frankreich. Seine geistliche Autorität habe weniger auf schriftlichen Werken als auf seinen Predigten und seiner persönlichen Ausstrahlung beruht.
Inhaltlich hob der Referent hervor, dass der Altvater den Menschen als einzigartige Person verstand, die in Freiheit zu Gott finden müsse. Gehorsam sei für ihn keine Unterwerfung, sondern eine freiwillige und freudige Hingabe aus Liebe. Ebenso bezeichnete er die Freude als Grundhaltung des christlichen Lebens und das Gebet als lebendige Beziehung zu Gott. Weitere Themen waren die Erfahrung des ungeschaffenen Lichts, das Seufzen der Schöpfung nach Römer 8 sowie die Berufung des Menschen, an der Verherrlichung der Schöpfung teilzuhaben.
Einen Schwerpunkt bildete Aimilianos' Bericht über eine prägende geistliche Erfahrung als junger Mönch. Nach einer tiefen Glaubenskrise habe er das ungeschaffene Licht Gottes erfahren und die gesamte Schöpfung als in das Jesusgebet einstimmend erlebt. Wolf deutete dieses Erlebnis als Schlüssel zum Verständnis seiner gesamten geistlichen Lehre, die auf die unmittelbare Begegnung des Menschen mit Gott ausgerichtet sei. In der anschließenden Diskussion wurde insbesondere die Bedeutung des Jesusgebets und der persönlichen Gottesbeziehung vertieft.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Trump-Regierung das ROKA-Kloster Jordanville im Kampf gegen einen geplanten Windpark unterstützt.
Lesen Sie auch
Kreuzerhöhung: Priester Konstantin Anikin rief zur Treue zum Evangelium auf
Berliner Priester erinnert an die Bedeutung des Kreuzes als Zeichen der Erlösung und fordert zur Prüfung des eigenen Glaubens auf.
Bischof Sofian traf rund 70 orthodoxe Jugendliche bei Dresden
Rumänisch-orthodoxer Bischof sprach über die Bedeutung christlicher Liebe und Gemeinschaft.
Gebetsgottesdienst zum neuen Schuljahr in Stuttgart gefeiert
Serbisch-orthodoxe Gemeinde betete für Schüler, Eltern und Lehrer – zugleich begann die zweite Phase der Freskenmalerei in der Kirche der Versammlung serbischer Heiliger.
Patriarch Daniel: Gottes Gnade erwächst aus der Demut
Der rumänisch-orthodoxe Patriarch betont in seiner Predigt zum wundersamen Fischfang die Bedeutung von Mühe, Demut und Vertrauen auf Gottes Hilfe.
Metropolit Arsenios: „Für jene beten, die nicht mehr wissen, wie man betet“
Der Hierarch von Austria weihte das Katholikon des orthodoxen Klosters in Sankt Andrä am Zicksee und stellte das monastische Leben als Dienst des Gebetes heraus.
„Alles in unserem Leben ist Ausdruck von Gottes Vorsehung und Liebe“
Serbischer Patriarch Porfirije weiht Kirche des Heiligen Erzengels Gabriel in Pale bei Sarajewo.