Orthodoxe Fernschule startet Ausbildungskurs für angehende Geistliche
Die Orthodoxe Theologische Fernschule beginnt im September 2026 einen neuen fünfjährigen Pastoralen Kurs zur Vorbereitung auf den Dienst als Diakon oder Priester. Der Unterricht findet online und teils in Präsenz statt. Archivfoto: Fernschule
Die Orthodoxe Theologische Fernschule unter dem Dach der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche bietet ab dem 1. September 2026 erstmals einen fünfjährigen Pastoralen Kurs zur Vorbereitung auf den Dienst als Diakon oder Priester an. Das Ausbildungsangebot richtet sich an orthodoxe Männer, die aus familiären oder beruflichen Gründen kein Präsenzstudium an einem Priesterseminar absolvieren können, wie die Schule auf ihrer Webseite mitteilte.
Der Lehrgang findet mit dem Segen von Erzbischof Tichon von Rusa statt und umfasst Online-Vorlesungen, Gemeindepraxis, jährliche Präsenztreffen sowie Selbststudium. Vermittelt werden sowohl grundlegende theologische Fächer wie Heilige Schrift, Dogmatik, Liturgik und Kirchengeschichte als auch pastorale Disziplinen wie Homiletik, Seelsorge, Kirchenrecht und Gemeindearbeit. Hinzu kommen praktische Übungen für den liturgischen Dienst sowie Gemeindepraxis in den Bereichen Altardienst, Kliros und Katechese.
Die Orthodoxe Theologische Fernschule ist Teil der St.-Barbara-Gemeinde in Krefeld und wird gemeinsam mit dem Christlich-Orthodoxen Informationszentrum e. V. betrieben. Der Unterricht findet in deutscher Sprache mit Dozenten aus mehreren orthodoxen Jurisdiktionen statt. Neben dem Pastoralen Kurs bietet die Fernschule auch einen einjährigen Katechesekurs sowie einen dreijährigen Theologischen Kurs an.
Der kircheninterne Lehrgang schließt mit einem Zertifikat ab, besitzt jedoch keine staatliche Anerkennung und ersetzt kein reguläres Priesterseminar. Eine spätere Diakons- oder Priesterweihe bleibt ausschließlich Entscheidung des zuständigen Diözesanbischofs. Die Teilnahme am pastoralen Kurs kostet 400 Euro pro Studienjahr; Voraussetzung für die Bewerbung sind unter anderem ein Empfehlungsschreiben des Gemeindepfarrers oder Bischofs sowie eine aktive Einbindung in das Gemeindeleben.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Professor Stefanos Athanasiou und Priester Dr. Dejan Ristić an der Ludwig-Maximilians-Universität München einen Sammelband mit dem Titel „Europa zwischen Säkularität und christlichem Erbe“ herausgaben.
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