Vortrag würdigte geistliches Erbe des heiligen Dumitru Stăniloae
Monialin Lioba Drăgoi referierte bei der Theologischen St.-Justin-Konferenz in Geilnau über Leben und Theologie des heiligen Dumitru Stăniloae. Foto: Screenshot YouTube
Im Rahmen der Theologischen St.-Justin-Konferenz am 14. und 15. Juli 2026 im serbisch-orthodoxen Kloster des heiligen Spyridon in Geilnau hat Monialin Lioba Drăgoi die geistliche Lehre des rumänisch-orthodoxen heiligen Dumitru Stăniloae vorgestellt. Im Mittelpunkt des Vortrags standen dessen Verständnis von Person und Gemeinschaft, die Bedeutung der Heiligen Dreifaltigkeit sowie sein theologisches Vermächtnis für das kirchliche Leben. Das Kloster veröffentlichte den Vortrag nach der Konferenz auf seinem YouTube-Kanal.
Monialin Lioba Drăgoi zeichnete zunächst den Lebensweg des späteren Heiligen (1903–1993) nach – von seiner Herkunft in Siebenbürgen über seine akademische Tätigkeit in Hermannstadt und Bukarest bis zu seiner Verfolgung und fünfjährigen Haft unter dem kommunistischen Regime. Die Nonne hob seine enge Verbindung zur monastischen Tradition, insbesondere zum Kloster Cernica, sowie seine Übersetzung der zwölfbändigen „Philokalia“ und sein theologisches Hauptwerk, die „Orthodoxe Dogmatik“, hervor.
Als Kern seiner Theologie stellte Monialin Lioba Drăgoi die untrennbare Einheit von Person und Gemeinschaft heraus. Nach Stăniloae könne es keine Person ohne Gemeinschaft und keine Gemeinschaft ohne personale Beziehung geben. Vorbild hierfür sei die Allheilige Dreifaltigkeit, deren Liebe und gegenseitige Hingabe die Grundstruktur der gesamten Schöpfung bilde. Dogmatik sei deshalb keine abstrakte Wissenschaft, sondern Ausdruck gelebter und erfahrbarer Wahrheit, die das geistliche Leben präge.
Weitere Schwerpunkte des Vortrags waren Stăniloaes Christologie und Erlösungslehre, seine Ausführungen zur Kenosis Christi sowie seine Sicht der Schöpfung als Gabe Gottes, die den Menschen zur Gemeinschaft mit Gott und untereinander führen soll. Monialin Lioba Drăgoi erläuterte zudem seine Wertschätzung des traditionellen Dorflebens als organische Gemeinschaft freier Personen und ging auf seine Reflexionen über die Spiritualität des rumänischen Volkes ein. In der anschließenden Fragerunde sprach die Nonne unter anderem über geistliches Wachstum, gemeinsames Gebet, das kirchliche Leben in Rumänien und die Aktualität von Stăniloaes theologischer Botschaft.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Stefanos Athanasiou und Priester Dejan Ristić an der Uni München einen Sammelband mit dem Titel „Europa zwischen Säkularität und christlichem Erbe“ herausgaben.
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