Zur Kritik an der UOJ durch einen amerikanischen Autor vom SBU

Der Autor des vernichtenden Artikels über die Journalistenunion (UOJ) unterhält direkte Verbindungen zum ukrainischen Sicherheitsdienst (SBU). Foto: UOJ in Amerika

Im Material mit dem Titel „Union der orthodoxen Journalisten in Amerika: Was amerikanische Leser über ihre ukrainische Vergangenheit wissen sollten“ versuchte die Zeitschrift Public Orthodoxy, das Publikum über die Herkunft der UOJ aufzuklären. Nun halten wir es für angebracht, das Publikum über den Autor aufzuklären, den sie dafür angeheuert haben. Darüber berichtete die amerikanische Redaktion der UOJ.

Wir befinden uns in einer vertrauten Situation. Einmal mehr wird die amerikanische Abteilung von UOJ beschuldigt, zutiefst voreingenommene Materialien zugunsten ideologischer Ziele zu veröffentlichen. Die Beschuldigung stammt von Public Orthodoxy, einer Zeitschrift des Zentrums für orthodoxe christliche Studien der Fordham-Universität, das heißt, von einer Struktur, die ganz gewiss niemand jemals ideologischer Voreingenommenheit verdächtigen wird.

Als Public Orthodoxy dieses Material veröffentlichte, hielten wir es nicht für nötig, darauf zu antworten. Es war auch zu erwarten das die Archonten des Ökumenischen Patriarchats dem Ruf folgen und den Artikel gehorsam nachdruckten würden. Nun hat auch der Orthodox Observer, das offizielle Organ der Griechisch-Orthodoxen Erzdiözese von Amerika, den Beitrag geteilt. Es sieht immer mehr nach einer koordinierten Kampagne zur Diskreditierung der UOJ aus.

Deshalb sehen wir es als unsere Pflicht an, den Lesern mitzuteilen, wer der Verfasser des Artikels ist – Jewgenij Filipischin. Und wir werden nicht zu hinterhältigen Unterstellungen greifen wie: „Es gibt keine öffentlich zugänglichen Dokumente, die UOJ offiziell als Organ der UOK-MP bestätigen.“ Alles, was im Folgenden steht, sind frei zugängliche Informationen.

Laut seinem LinkedIn-Profil war Filipischin von 2011 bis 2020 als leitender Militäranalyst beim Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) tätig. Filipischin schreibt: „Die Jahre 2015–2022 in der Ukraine sollte man im Auge behalten, wenn UOJ heute im Namen der ‚weltweiten orthodoxen Gemeinschaft‘ spricht.“ Nun, auch wir können sagen: Die Jahre 2011–2020 sollte man im Auge behalten, wenn Filipischin spricht. Filipischin ist kein unvoreingenommener Wissenschaftler. Er ist Geheimdienstmitarbeiter und Veteran des ukrainischen Pendants des FBI.

Nebenbei: Der SBU ist genau jene Behörde, die für die Übernahme von Gemeinden der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK), die Verhaftung von Bischöfen der UOK und die Zwangsrekrutierung von Priestern der UOK zuständig ist. Mit anderen Worten: Filipischin war ein aktiver Angehöriger genau jenes Geheimdienstes, der die UOK verfolgt – und auch die Journalisten, die über diese Verfolgung berichten, einschließlich der ursprünglichen UOJ in der Ukraine.

In Filipischins Profil auf der Website von Public Orthodoxy heißt es, er leite derzeit das „Zentrum für öffentliches Monitoring“ in Kiew – ein durchaus nach orwellischem Muster klingender Name, wenn man bedenkt, dass sein Leiter (im wörtlichen Sinne) ein Spion ist, der sich als Journalist ausgibt.

Filipischin behauptet: „In den Publikationen von UOJ wird die UOK-MP durchgängig als eine ‚verfolgte Kirche‘ dargestellt, die unter dem Druck des Staates und ukrainischer Nationalisten stehe. Dieses Narrativ habe bei vielen Gläubigen, die die rasanten politischen Veränderungen als Bedrohung ihrer geistlichen Stabilität empfanden, starken Widerhall gefunden.“

Damit keinerlei Zweifel bleiben, können sich die Leser selbst mit den Veröffentlichungen von UOJ vertraut machen, in denen Filipischins frühere Kollegen vom SBU die kanonische Kirche in der Ukraine verfolgt haben.

Ein bezeichnendes Beispiel aus jüngster Zeit trug sich am vergangenen Weihnachtsfest zu. Die UOK feiert die Geburt Christi nach dem alten Kalender – im Unterschied zur staatlich gestützten orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), die auf Anordnung der ukrainischen Behörden zum neuen Kalender übergegangen ist.

Einige Wochen vor Weihnachten nach altem Stil veröffentlichte der SBU ein Video, auf dem zu sehen ist, wie Sicherheitskräfte mit Maschinenpistolen eine Wohnungstür aufbrechen. Darüber setzten die Urheber die Zeile: „Wer kommt zum ‚Koljada-Singen‘ zu denen, die Weihnachten am 7. Januar feiern?“

Notieren wir auch eine kleine Ironie: Während Public Orthodoxy UOJ-America wegen unserer „ukrainischen Wurzeln“ kritisiert, teilt sie stolz mit, dass ihr Enthüllungsmaterial „in der Ukraine im Auftrag der Redaktion erstellt“ wurde.

Wir bei UOJ-America sind stolz auf unsere Kollegen in der Ukraine. Sie sind zivile Journalisten, deren einziges „Verbrechen“ die Berichterstattung über das rechtswidrige und antidemokratische Handeln ihrer eigenen Regierung ist. Als amerikanische Patrioten können wir nicht anders, als mit ihrer Lage mitzuleiden und ihren Mut zu bewundern.

Alles, was unsere ukrainische Redaktion je getan hat, war, über die Fakten zur Verfolgung der UOK zu berichten. Und sie haben dafür bezahlt: Selbst Filipischin räumt ein, dass UOJ mit Sanktionen und Bürodurchsuchungen belegt wurde – als Strafe für die Berichterstattung über die Lage der kanonischen Kirche. Natürlich verschweigt er die Gefängnisaufenthalte, die Verhöre, die erzwungene Emigration und die fortwährende Verfolgung von Journalisten, die im Ausland leben.

Dann bemerkt er mit Bedauern, dass die Tätigkeit unserer US-Redaktion „unter anderen rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen“ stattfindet, da „in den Vereinigten Staaten die Meinungsfreiheit verlässlich geschützt ist“. Ach ja, diese Rechte aus dem Ersten Verfassungszusatz!

Der wichtigste Vorrang von UOJ-America besteht darin, unsere Mitbürger darüber zu informieren, was in der amerikanischen Orthodoxie vor sich geht. Wir können jedoch die Augen nicht vor dem, was in der Ukraine geschieht, verschließen – umso mehr, als unsere eigene Regierung tief in die Verfolgung der UOK verstrickt ist.

Und wir betonen: Unsere Position ist keineswegs marginal. Die Vereinten Nationen, der Vatikan und sogar der Ökumenische Rat der Kirchen haben Erklärungen zum Umgang der ukrainischen Behörden mit der UOK abgegeben. Erwähnenswert ist auch, dass von den 14 allgemein anerkannten autokephalen orthodoxen Kirchen lediglich drei die staatlich gestützte OKU vollständig anerkennen: die Konstantinopel-, die Alexandrinische und die Griechische.

Lohnt es sich da noch zu wundern, dass das Ökumenische Patriarchat und die ihm unterstellten Strukturen uns nahezu täglich mit wütenden Angriffen überziehen?

Wie immer gibt Public Orthodoxy vor, die „Mainstream“-Meinung auszudrücken, während das Blatt tatsächlich die Position einer extremen Minderheit vertritt. Und jetzt haben sie (buchstäblich!) einen ausländischen Spion angeheuert, um UOJ-America zu beschuldigen, die Interessen eines anderen Staates zu bedienen. Wenn unsere Kritiker so verzweifelt sind, dass sie für einen bloßen Streifschuss zu allem bereit sind – dann machen wir wohl alles richtig.

Benjamin Dixon | Chefredakteur, UOJ-America

Michael W. Davis | Chefredakteur, UOJ-America

Aaron Hickman | Nachrichtenredakteur, UOJ-America

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Es erschienen gleichzeitig in mehreren Publikationen des Konstantinopeler Patriarchats in den USA ein Artikel, der die ukrainische Redaktion der UOJ kritisierte. 

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