Serbische Kirche weist Urteil gegen Patriarch Porfirije aus Slowenien scharf zurück
Patriarch Porfirije weist gemeinsam mit der Heiligen Synode der Serbisch-Orthodoxen Kirche das Mobbing-Urteil eines Gerichts in Ljubljana zurück. Foto: Patriarchat
Die Heilige Synode der Serbisch-Orthodoxen Kirche hat das Urteil eines Bezirksgerichts in Ljubljana gegen Patriarch Porfirije und die Serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde Ljubljana in einer am 10. Juli 2026 veröffentlichten Stellungnahme als rechtsstaatlich bedenklich und kirchenfeindlich zurückgewiesen. Unterstützung erhielt der Patriarch zudem von der Serbischen Liga, die in dem Verfahren einen Angriff auf die Identität und Unabhängigkeit der Kirche sieht.
Nach Angaben der Heiligen Synode verurteilte das Bezirksgericht Ljubljana Patriarch Porfirije und die serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde Ljubljana in einem vereinfachten Verfahren wegen Mobbing am Arbeitsplatz zu Bewährungsstrafen sowie einer Geldstrafe auf Bewährung. Die Kirchenleitung kritisierte, der Patriarch sei weder über die Einleitung des Verfahrens informiert noch von der Staatsanwaltschaft angehört worden. Das Verfahren stehe im Zusammenhang mit Klagen des aus dem Priesteramt entfernten Željko Lubarda und greife unzulässig in die kirchliche Ordnung ein.
Hintergrund des Verfahrens ist ein seit Jahren andauernder Konflikt zwischen Lubarda und der Kirchenleitung. Der ehemalige Priester wirft dem damaligen Metropoliten von Zagreb und Ljubljana, dem heutigen Patriarchen Porfirije, vor, ihn nach seiner Weigerung, eine Strafanzeige wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Kirchengeldern zurückzuziehen, durch Versetzung und weitere Maßnahmen systematisch unter Druck gesetzt zu haben. Die slowenische Justiz wertete die Vorwürfe als Mobbing am Arbeitsplatz, während die Serbisch-Orthodoxe Kirche sie entschieden zurückweist und sich ausschließlich auf das kirchenrechtliche Recht des Bischofs zur Versetzung von Priestern bezieht.
Die Synode erklärte weiter, staatliche Stellen hätten das kanonische Recht der Kirche missachtet, wonach die Ernennung und Versetzung von Pfarrern ausschließlich in die Zuständigkeit des jeweiligen Bischofs falle. Unter Berufung auf kirchenrechtliche und staatliche Regelungen in Slowenien sprach sie von einem Verstoß gegen die Religionsfreiheit und kündigte an, Patriarch Porfirije werde gegen das Urteil bewusst kein Rechtsmittel einlegen, um sich nicht an einem aus ihrer Sicht „kafkaesken“ Verfahren zu beteiligen.
Der Präsident der Serbischen Liga, Aleksandar Đurđev, bezeichnete das Urteil als gefährlichen Präzedenzfall und als Angriff nicht nur auf den Patriarchen, sondern auf die gesamte Serbisch-Orthodoxe Kirche. Er ordnete das Verfahren in einen größeren Zusammenhang mit Druck auf die Kirche in verschiedenen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens ein und warnte vor staatlichen Eingriffen in die innere Ordnung der Kirche. Zugleich rief er Serbien, die Republika Srpska sowie serbische Organisationen im In- und Ausland zur Solidarität mit Patriarch Porfirije und der Serbisch-Orthodoxen Kirche auf.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der türkische Kulturminister die Hagia Sophia als „Symbol des Untergangs“ bezeichnete.
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