Metropolit Nikolaj mahnte Priester zu mehr Gebet und Zurückhaltung im Internet

Metropolit Nikolaj erinnert zum 50. Todestag der Erzbischöfe Nikon und Averky an deren geistliches Erbe und ruft Priester zu Gebet, Demut und verantwortungsvollem Umgang mit dem Internet auf. Archivfoto: Diözese

Zum 50. Todestag mehrerer bedeutender Hierarchen der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) hat deren Erster Hierarch, Metropolit Nikolaj von Ostamerika und New York, die Geistlichen der Ostamerikanischen Diözese zu einer Erneuerung ihres priesterlichen Dienstes aufgerufen. Im Mittelpunkt seines am 7. Juli 2026 veröffentlichten Hirtenbriefs stehen die Lehren der Erzbischöfe Nikon (Rklitsky) und Averky (Taushev), deren pastorales Erbe nach seinen Worten gerade angesichts der digitalen Herausforderungen von besonderer Aktualität sei.

Mit deutlichen Worten warnte Metropolit Nikolaj vor einem unangemessenen Umgang mit sozialen Medien. Das Internet dürfe für Priester weder „Ort der Selbstdarstellung noch eitler Diskussionen“ sein, sondern müsse ausschließlich als seelsorgerische und missionarische Plattform dienen. Geistliche sollten sich nicht in Online-Streitigkeiten, anonymen Verurteilungen oder politischen Debatten verlieren.

Unter Berufung auf Erzbischof Averky erinnerte er daran: „Nicht Verwaltung, sondern Seelsorge ist der Kern des pastoralen Dienstes.“ Ebenso mahnte er: „Der Pastor ist nicht die Kirche, sondern nur ein Diener der Kirche“, und ergänzte, dass ein Priester die Gemeinde zum Gehorsam gegenüber der Kirche und nicht gegenüber seiner eigenen Person aufrufen müsse.

Besonders eindringlich warnte der Metropolit vor dem Verlust kostbarer Zeit durch soziale Netzwerke und Smartphones. Die wichtigste Aufgabe eines Priesters bleibe das Gebet. Mit den Worten Erzbischof Averkys erinnerte er: „Ich bete, ich bete unaufhörlich. Wahrlich, das Gebet ist der Atem der Seele.“

Statt Zeit in virtuellen Welten zu verbringen, sollten Geistliche ihre Kräfte dem Gebet, der Lektüre der Kirchenväter und der persönlichen Begegnung mit den Gläubigen widmen. Ein Priester müsse den Menschen zuhören, sie trösten und begleiten, denn lebendige Seelsorge könne durch digitale Präsenz nicht ersetzt werden.

Abschließend rief Metropolit Nikolaj die Gemeinden dazu auf, der vier im Jahr 1976 verstorbenen Erzbischöfe Nikon, Averky, Savva und Nikodim in Gedenkgottesdiensten zu gedenken und sich mit ihrem geistlichen Erbe auseinanderzusetzen. Ihre Lehren seien auch heute ein Maßstab für einen glaubwürdigen und dem Evangelium verpflichteten priesterlichen Dienst.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der britische König Charles nicht mehr „Verteidiger des Glaubens“ ist.

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