Priester Daniel Schärer: „Der erste Schritt zur Demut ist die Selbsterkenntnis“
Priester Daniel Schärer erläutert in seiner Predigt, dass Demut mit Selbsterkenntnis beginnt und den Menschen für die Gnade Gottes öffnet. Foto: Screenshot Facebook
In seiner Predigt am Sonntag, dem 28. Juni 2026, hat Priester Daniel Schärer in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich, Schweiz, über den Glauben und die Demut des Hauptmanns von Kapernaum (Mt 8,5–13) als Vorbild für das christliche Leben gesprochen. Die Gemeinde übertrug die Heilige Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal (Predigt ca. ab Minute 49).
Priester Daniel Schärer stellte den Hauptmann von Kapernaum als Beispiel eines Glaubens heraus, der von tiefem Vertrauen auf Christus und echter Demut geprägt sei. Jesus selbst bezeuge dessen außergewöhnlichen Glauben mit den Worten: „Einen so großen Glauben habe ich in Israel bei niemandem gefunden.“ Der Hauptmann erkenne seine eigene Unwürdigkeit und vertraue allein auf die heilende Kraft des Wortes Christi.
Der Geistliche betonte, dass gerade diese Haltung den Christen zum Vorbild gegeben sei. Der Hauptmann bekenne: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach. Sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.“ Im Gegensatz zur Selbstgerechtigkeit erkenne der demütige Mensch, dass alles Gute ein Geschenk Gottes sei.
Unter Berufung auf den heiligen Johannes Klimakos erklärte der Priester, Gottes Gnade suche das demütige Herz: „So wie Wasser immer zum tiefsten Punkt fließt, so fließt die Gnade Gottes zum demütigen Herzen.“ Demut wachse durch Selbsterkenntnis, Gehorsam, Vergebung und die Bereitschaft, eigene Kränkungen anzunehmen, statt sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Wer sich vor Gott und den Mitmenschen demütige, öffne sein Herz für die Gnade und werde auf das Himmelreich ausgerichtet.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Dionisij Idavajn in Hamburg über Spiritualität und geistliche Orientierung sprach.
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