Serbische Kirche bekräftigte Solidarität mit Familien vermisster Kosovo-Opfer

Diakon Vladimir Mihajlović aus der serbisch-orthodoxen Diözese Schweiz überbrachte bei der Gedenkveranstaltung in Belgrad den Segen von Bischof Andrej und bekräftigte die Solidarität der Serbischen Orthodoxen Kirche mit den Familien der Entführten und Ver

Anlässlich des 26. Jahrestags der Gründung des Verbands der Familien von Entführten und Vermissten in Kosovo und Metochien hat die Serbische Orthodoxe Kirche ihre Verbundenheit mit den Angehörigen der Opfer bekräftigt. Bei einer Gedenkveranstaltung am 24. Juni 2026 in Belgrad vertrat Diakon Vladimir Mihajlović aus Zürich mit dem Segen von Bischof Andrej die serbisch-orthodoxe Diözese Schweiz. Darüber berichtete Bischof Andrej auf seiner Facebook-Seite.

Die Gedenkveranstaltung fand im Pressezentrum des Journalistenverbands Serbiens in Belgrad statt und erinnerte zugleich an den 28. Jahrestag der ersten Entführungen von Ärzten und medizinischem Personal während des Kosovo-Konflikts. Vertreter des Verbands, der serbischen Regierungskommission für Vermisste sowie weitere Gäste erinnerten an das bis heute ungeklärte Schicksal zahlreicher Opfer. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Ärzten und Pflegekräften, die 1998 und 1999 überwiegend an ihrem Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin entführt wurden, nachdem sie Menschen unabhängig von Nationalität oder Religion behandelt hatten.

Zum Abschluss der Konferenz sprach Diakon Vladimir Mihajlović zu den Anwesenden. Er überbrachte den Segen von Bischof Andrej und versicherte den Familien die Unterstützung und das Gebet der Kirche. In seiner Ansprache betonte er, Wahrheit und Gerechtigkeit seien nicht nur rechtliche, sondern auch moralische und geistliche Grundlagen jeder Gesellschaft. Das Thema der Vermissten dürfe nicht in Vergessenheit geraten, bis das Schicksal jedes einzelnen Opfers aufgeklärt sei.

Auch Sofija Tomanović, Enkelin des entführten Professors Dr. Andrija Tomanović und Medizinstudentin in Kosovska Mitrovica, schilderte die jahrzehntelange Ungewissheit der Angehörigen. Sie erinnerte daran, dass viele heutige Professoren und Ärzte von den entführten Medizinern ausgebildet worden seien und deren Vermächtnis weitertrügen. Die Konferenz machte deutlich, dass die Familien auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert weiterhin auf Wahrheit, Gerechtigkeit und die Aufklärung des Schicksals ihrer vermissten Angehörigen warten.

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