Verschobene Generalversammlung sollte über Weihbischofswahlen beraten

Metropolit Johannes von Dubna (l.) und Patriarch Kyrill 2019 in Moskau. Foto: patriarchia.ru

Von der Verschiebung der Generalversammlung der Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa aufgrund der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich ist ein wichtiges Thema betroffen: Die Delegierten sollten über ein mögliches Verfahren beraten, das die Wahl zweier Weihbischöfe auch ohne vorherige Zustimmung des Moskauer Patriarchats der Russischen Orthodoxen Kirche ermöglichen soll. Darüber berichtete das orthodoxe Nachrichtenportal orthochristian.com am 22. Juni 2026.

Metropolit Johannes von Dubna hatte Klerus und Laien im Vorfeld der ursprünglich für den 26. und 27. Juni geplanten Generalversammlung in einem Brief vorgeschlagen, nach drei Jahren ohne Reaktion aus Moskau bei der Besetzung der vakanten Weihbischofsämter voranzugehen.

Bereits 2023 hatte die Erzdiözese dem Moskauer Patriarchat drei Kandidaten vorgeschlagen. Bestätigt wurde bislang lediglich Igumen Augustinus (Macbeth), der im Dezember 2025 zum Weihbischof für Großbritannien und Skandinavien geweiht wurde. Auf die beiden übrigen Kandidaturen habe Moskau trotz dreier Erinnerungsschreiben nicht geantwortet.

Zur Begründung verweist der Metropolit auf die wachsende Zahl der Gemeinden in Frankreich, Deutschland und Italien sowie auf die angespannte personelle Lage. Sein eigenes Alter von 83 Jahren und sein Gesundheitszustand sowie die gesundheitlichen Einschränkungen der Bischöfe Syméon und Elisée ließen eine angemessene bischöfliche Betreuung der Erzdiözese kaum noch zu. Er bezeichnet die pastorale Situation deshalb als „sehr prekär“.

Der Erzbischöfliche Rat kam bei seiner Sitzung am 22. Mai zu dem Schluss, dass die dreijährige Wartezeit ohne Antwort den in der Gramota von 2019 vorgesehenen Mechanismus zur Ernennung von Weihbischöfen faktisch blockiere. Deshalb sollte die Generalversammlung darüber abstimmen, ob die bereits 2023 vorgeschlagenen Kandidaten, Erzbischof Viktor (Crețu) und Erzpriester Anatoly Negruta, ausnahmsweise auch ohne vorherige Zustimmung von Patriarch Kyrill zur Wahl gestellt werden.

Zur Begründung verweist Metropolit Johannes auf die lettische orthodoxe Kirche, die 2023 einen Bischof ohne vorherige Zustimmung des Moskauer Patriarchen gewählt hatte und dennoch die kanonische Gemeinschaft mit Moskau beibehielt. Zugleich erinnert er daran, dass die Verweigerung der Zustimmung zu Weihbischofswahlen durch das Moskauer Patriarchat bereits früher zu den Konfliktpunkten zwischen der aus der russischen Emigration hervorgegangenen Erzdiözese und Moskau gehört habe. Nach der Wiedervereinigung mit dem Moskauer Patriarchat im November 2019 sei dieses Recht zunächst wiederhergestellt worden; im Juni 2020 wurden der Erzdiözese die Weihen zweier Weihbischöfe gestattet.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Prinz Filip die serbisch-orthodoxe Kathedrale in Chicago besuchte.

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