Ukrainischer Priester an Behörden: Die Lawra habt ihr längst selbst zerstört

Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Kiewer Höhlenklosters. Foto: Depositphotos.com

Erzpriester der UOK, Wassili Balan, prangerte die Politik der staatlichen Strukturen in Bezug auf das Kiewer Höhlenkloster an und erklärte, dass die Vertreibung des Gebets aus dem Kloster dessen wahre Zerstörung geworden sei. „Ihr habt die Lawra schon längst zerstört – vergebt, nicht materiell, nicht im Äußeren – ihr habt die geistliche Lawra zerstört“, wandte sich der Geistliche unter dem Omophorion von Metropolit Onufrij an die Vertreter der Behörden und die Museumsmitarbeiter.

Er unterstrich, dass die Beamten, indem sie das Kloster für die Gläubigen und die Bruderschaft schlossen, den „lebendigen Organismus“ des Gebets vernichtet hätten, der in diesen Mauern jahrhundertelang aufgebaut worden sei. Nach den Worten des Priesters schaffen die staatlichen Strukturen lediglich die Illusion der Fürsorge um das UNESCO-Erbe, während sie in Wirklichkeit das „Unglück und den Kummer des ukrainischen Volkes“ für die eigene PR ausbeuten.

„Heute gibt es dort einen Direktor des Museumsreservats; er verdient Geld und bezieht ein Gehalt.“ Wo aber sind jene Menschen, die dort beten sollen?“, stellt er die Frage. Vater Wassili erinnerte daran, dass die Lawra gerade dank der Mühen und Talente der gläubigen Menschen, die sie aus Ruinen wiederaufbauten, in die Welterbeliste aufgenommen worden war, während der Staat dafür keinen einzigen Kopek bereitgestellt hatte.

Besondere Kritik richtete der Geistliche an Innenminister Ihor Klymenko und beschuldigte dessen Behörde, das Gesetz und die Verfassung in Misskredit zu bringen. „Nie zuvor ist die Polizei in den Augen der Menschen so tief gefallen wie unter Ihnen“, konstatierte der Priester.

Er verwies den Minister auf die Doppelmoral: Die Polizei erklärte, die „Ordnung zu schützen“, war aber untätig, als in Lemberg ein Heiligtum mit einem Traktor niedergerissen, in Iwano-Frankiwsk ein Gotteshaus zerstört und in Czernowitz Gläubige verprügelt wurden. „Sie decken Verbrecher, führen sie zum Sturm auf orthodoxe Heiligtümer, beschützen Banditen, bilden ihnen Gassen, damit sie unbehelligt Schlösser aufschneiden können“, erklärte der Kleriker.

Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein Diakon der UOK bei der Rettung eines ertrinkenden Kindes in Finnland ums Leben gekommen war.

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