Digitales Archiv zerstörter orthodoxer Kirchen in Bosnien und Herzegowina gestartet
Das neue Online-Archiv zeigt dokumentierte Zerstörungen orthodoxer Kirchen und Kapellen in Bosnien und Herzegowina. Foto: destroyedchristianity.org
Ein neues Online-Archiv erfasst systematisch die Zerstörung orthodoxer Kirchen und Kapellen in Bosnien und Herzegowina. Ziel des Projekts ist es, das Ausmaß der Schäden während des Krieges in den 1990er-Jahren zu dokumentieren und öffentlich zugänglich zu machen. Darüber berichtete das orthodoxe Nachrichtenportal orthochristian.com am 22. Juni 2026.
Das interaktive Projekt „Die Wahrheit entdecken: Zerstörtes christliches Erbe in Bosnien und Herzegowina“ wurde am 18. Juni in Bijeljina vom Komitee zum Schutz der Rechte der Serben in der Föderation Bosnien und Herzegowina vorgestellt. Nach Angaben des Vorsitzenden Djordje Radanović soll die Initiative Darstellungen widersprechen, wonach religiöse Stätten im Krieg weitgehend unversehrt geblieben seien.
Nach bisherigen Angaben umfasst das Archiv der Plattform Daten zu zerstörten serbisch-orthodoxen Sakralbauten in 42 von 126 betroffenen Gebieten unter damaliger Kontrolle der bosnischen Armee. Die Plattform soll kontinuierlich erweitert werden. Zugleich übte Radanović scharfe Kritik an einer Erklärung bosnischer und muslimischer Führungspersönlichkeiten, die den damaligen Schutz religiöser Stätten betont hatten.
Begleitend zur Präsentation verwiesen Experten auf den starken Rückgang der serbischen Bevölkerung in der Föderation Bosnien und Herzegowina, neben der Republika Srpska einem der beiden großen Landesteile, die heute nur noch rund 2,5 bis 3 Prozent ausmacht. Die Dokumentation solle dazu beitragen, unterschiedliche Deutungen des Konflikts auf eine faktenbasierte Grundlage zu stellen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass im Dreifaltigkeitskloster Buchhagen eine Allerheiligenprozession stattfand.
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