„Gefährlicher Präzedenzfall“: Patriarchat von Jerusalem kritisiert Landbeschlagnahme
Kirchengelände in Silwan: Das Patriarchat von Jerusalem spricht von einer rechtswidrigen Beschlagnahmung mit weitreichenden Folgen. Foto: jerusalem-patriarchate.info
Das Orthodoxe Patriarchat von Jerusalem hat die Beschlagnahmung eines kirchlichen Grundstücks durch israelische Behörden scharf kritisiert. Die Maßnahme im Stadtteil Silwan wird als rechtswidrig bezeichnet und als Bedrohung für die Rechte der Kirchen gewertet. Darüber berichtete die Orthodoxia News Agency am 17. Juni 2026.
Nach Angaben des Patriarchats drangen israelische Kräfte am 15. Juni 2026 auf ein kirchliches Gelände ein, entfernten gewaltsam einen Vertreter der Kirche, beschlagnahmten Ausrüstung, entwurzelten Bäume und riegelten das Areal mit Zäunen ab. Das betroffene Grundstück sei offiziell im Besitz des Patriarchats und befinde sich nahe eines historischen Klosters mit religiöser und archäologischer Bedeutung.
Die Kirche wies die Begründung der Behörden zurück, die sich auf eine städtische Verordnung zu Landschaftsarbeiten aus dem Jahr 2019 stützten, deren Gültigkeit bereits 2024 ausgelaufen sei. Diese biete keinerlei Rechtsgrundlage für die Maßnahmen, insbesondere nicht für die Einschränkung des Zugangs oder die Enteignung kirchlichen Eigentums.
Das Patriarchat sieht den Vorfall als Teil eines umfassenderen Musters zunehmenden Drucks auf die christliche Präsenz im Heiligen Land. Für das Jahr 2024 wurden demnach 111 Angriffe oder Gewalttaten gegen Christen registriert, darunter 35 gegen Kirchen, Klöster und religiöse Symbole. Auch frühere Angriffe in Gaza wurden in diesem Zusammenhang angeführt.
Abschließend betonte das Patriarchat die Bedeutung des Schutzes kirchlichen Eigentums als geistliches und historisches Erbe. Unter Verweis auf das Evangelium („Selig sind die Friedensstifter“) rief es zur Achtung von Recht, Eigentum und der Würde der christlichen Präsenz in Jerusalem auf.
Die UOJ berichtete zuvor, dass erstmals seit 40 Jahren in Norwegen wieder ein „Marsch für das Leben“ stattfand.
Lesen Sie auch
Patriarch Daniel: Das Kreuz vereint den Menschen mit Christus
Der rumänisch-orthodoxe Primas betonte zum Sonntag nach Kreuzerhöhung, dass Christus menschliches Leid in Hoffnung und geistlichen Sieg verwandeln könne.
Erzbischof Tichon predigte über die Verantwortung für Gottes Gaben
Der Geistliche der Russischen Orthodoxen Kirche rief in Berlin dazu auf, die eigenen Fähigkeiten im Dienst an anderen einzusetzen.
Die Orthodoxe Kirche feiert die Geburt der Allerheiligsten Gottesgebärerin
Die Gläubigen begehen das erste der zwölf großen Feste des Kirchenjahres, das den Beginn der Verwirklichung des göttlichen Heilsplans für die Menschheit markiert.
Historiker Herbert Ammon beschäftigt sich mit Angriff auf Swjatohirsker Lawra
Der Publizist kritisiert die einseitige westliche Berichterstattung und das Ausblenden „störender Fakten“ beim Blick auf die Ukraine.
Bulgarien erreichte Ausschluss von Patriarch Kyrill aus EU-Sanktionspaket
Der bulgarische Ministerpräsident teilte mit, dass die EU der Forderung Sofias nachgekommen sei, das Oberhaupt der ROK aus dem 21. Sanktionspaket gegen Russland herauszunehmen.
Abt Johannes: Christsein bedeutet, in Treue und Liebe mit Gott verbunden zu sein
Der Vorsteher des Klosters Buchhagen sprach über die Überwindung des Eigenwillens, die geistliche Bedeutung des Kreuzes und den Übergang vom irdischen zum ewigen Leben.