Behörden der Ukraine und Russlands erklärten den Angriff auf die Lawra unterschiedlich

Löscharbeiten auf dem Dach der Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Lawra. Foto: Staatlicher Dienst der Ukraine für Notfallsituationen

Die ukrainische Seite und das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation haben unterschiedlich erklärt, was die Beschädigung der Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Kiewer Höhlenlawra infolge des nächtlichen russischen Angriffs verursacht hat. 

In Kiew besteht man darauf, dass die Kathedrale durch eine Drohne beschädigt wurde. Dies erklärte unter anderem Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen mit Journalisten in der Lawra. „Wie Sie sehen, wurden nicht alle Drohnen abgeschossen. Durch eine Drohne wurde das Dach der Kathedrale teilweise zerstört“, sagte er.

Auch der Leiter des Lawra-Nationalreservats, Maksym Ostapenko, sprach von einem Drohnentreffer. Seinen Worten zufolge traf der Schlag den zentralen Teil der Kathedrale, woraufhin ein großflächiger Brand ausbrach, der rund 800 Quadratmeter erfasste.

Beim SBU erklärte man, der Angriff sei mit einem unbemannten Luftfahrzeug vom Typ „Geran-2“ ausgeführt worden, und zeigte Aufnahmen einer Drohne, die nach Angaben des Dienstes am Einschlagsort gefunden worden sei.

Im Verteidigungsministerium der Russischen Föderation wurde die Ursache der Beschädigung der Mariä-Entschlafens-Kathedrale anders erklärt. Nach Darstellung des russischen Ministeriums sei der Schlag gegen die Kathedrale angeblich durch eine defekte Rakete des ukrainischen Flugabwehrsystems „Patriot“ verursacht worden. Den nächtlichen Angriff selbst bezeichnete Moskau als massiven Schlag gegen Objekte des militärisch-industriellen Komplexes. Zugleich äußern Experten Zweifel daran, dass die Art der Schäden am Gotteshaus einem Raketeneinschlag entspricht.

Die Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Kiewer Höhlenlawra gehört zu den Objekten des UNESCO-Weltkulturerbes.

Zuvor berichtete die UOJ: Selenskyj und der Schlag auf die Lawra: Trauer als Exportgut.

Lesen Sie auch

Verwundeter Novize schildert Angriff auf orthodoxes Kloster in der Ukraine

Die Bruderschaft der Swjatogorsker Lawra wurde von Personen in Militäruniformen der ukrainischen Streitkräfte angegriffen.

Heilige Afra von Augsburg: ein Beispiel für radikale Umkehr

Hannovers orthodoxe Gemeinde stellt die Märtyrerin in einer neuen Instagram-Reihe über die deutschen Heiligen des ersten Jahrtausends vor.

Heiliges Kloster Sinai: Ägyptens Oberster Gerichtshof verschiebt Prozess

Dritte Vertagung der Berufungsverhandlung – Gespräche zwischen dem ägyptischen Staat und Erzbischof Simeon sollen weiterlaufen.

Antiochenisch-orthodoxe Gemeinde in Essen möchte eigene Kirche kaufen

Gemeinde St. Josef von Damaskus nutzt derzeit die katholische Pax-Christi-Kirche und plant den Erwerb eines eigenen Gotteshauses.

Bischof Sofian von Kronstadt besuchte rumänisch-orthodoxe Pfarrei in Plauen

Zum Patronatsfest der Pfarrei „Hl. Johannes Jakob von Neamț“ würdigte der Bischof die Entwicklung der Gemeinde und den Einsatz ihres Pfarrers.

Erzpriester Slobodan Tijanić: „Woran halten wir fester als am Glauben?“

Frankfurter Geistlicher deutete das Evangelium vom reichen Jüngling als Aufruf, sich von dem zu lösen, was im eigenen Herzen den Platz Gottes einnimmt.