Erzpriester Martinos Petzolt warnte vor religiösem Druck auf Kinder

Erzpriester Martinos Petzolt spricht in einem Video des Vereins „Orthodoxe Einheit“ über den richtigen Umgang mit Kindern im Glauben und warnt vor übermäßigem religiösem Druck. Foto: Screenshot YouTube

Der Verein „Orthodoxe Einheit“ veröffentlichte am 5. Juni 2026 auf seinem YouTube-Kanal ein neues Video mit Erzpriester Martinos Petzolt aus Würzburg. Der griechisch-orthodoxe Geistliche spricht darüber, wie übermäßiger religiöser Druck und eine „Überfütterung“ mit Glaubensinhalten Kinder vom Glauben entfremden können und warum Geduld, Vorbild und Gebet entscheidend sind.

Erzpriester Martinos Petzolt schildert, dass Kinder, die zu stark eingeengt oder mit religiösen Erwartungen überladen werden, später häufig bewusst Abstand nehmen. Neben überhöhten Anforderungen könnte auch ein widersprüchliches Verhalten der Eltern – etwa Streit trotz regelmäßiger Sakramententeilnahme – Zweifel hervorrufen. Entscheidend sei daher nicht Zwang oder bloße Lehre, sondern ein glaubwürdiges Vorbild im Alltag sowie echte Zuwendung und Zeit für die eigenen Kinder.

Zugleich zeigt sich der Geistliche zuversichtlich: Selbst wenn Kinder sich zeitweise vom Glauben abwenden oder eigene Wege gehen, bleibe ein gelegtes Fundament oft bestehen. Besonders die Gebete der Eltern hatten eine nachhaltige Wirkung. Anhand von Beispielen und biblischen Gleichnissen betont Erzpriester Martinos Petzolt, dass Umwege Teil der persönlichen Entwicklung sein können und letztendlich zur Rückkehr führen können.

Abschließend plädiert er für mehr Vertrauen und Gelassenheit in der Erziehung. Eltern sollten ihren Kindern Freiheit zugestehen und ihnen gleichzeitig vermitteln, dass sie jederzeit willkommen sind. Eine liebevolle, offene Haltung sei langfristig wirksamer als Stärke – im Vertrauen darauf, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg zum Glauben finde.


Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije den Gürtel der Gottesmutter aus Serbien verabschiedete.

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