Erzbischof Tichon mahnte in Kempten zur Ehrfurcht vor dem Heiligen
Die Erinnerung an die Überführung der Gebeine des heiligen Nikolaus prägte den Gottesdienst mit Erzbischof Tichon in Kempten. Foto: Diözese
Beim Patronatsfest in der St.-Nikolaus-Kirche in Kempten hat Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, die Gläubigen zu einem bewussteren Umgang mit dem Heiligen aufgerufen. Im Mittelpunkt seiner Predigt stand die geistliche Bedeutung des Gedenktages sowie die Vorbildfunktion des heiligen Nikolaus, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.
In seiner Predigt hob Erzbischof Tichon hervor, dass der heilige Nikolaus durch die Jahrhunderte als schneller Helfer und Wundertäter verehrt werde. Zugleich erinnerte er an die Überführung der Gebeine des Heiligen im Jahr 1087 von Myra nach Bari, die bis heute Anlass des Festes ist. Dieses Ereignis sei nicht nur historisch bedeutsam, sondern lehre die Gläubigen, „das Heilige zu achten und es vor Vernachlässigung und Entweihung zu schützen“.
Zugleich kritisierte der Erzbischof eine verbreitete Nachlässigkeit im religiösen Alltag. Viele Gläubige würden ohne Ehrfurcht die Kirche betreten, Gebete unaufmerksam sprechen oder die Heilige Schrift gering achten. Die Kirche sei „der Ort der unsichtbaren Gegenwart Gottes“, in dem weder Zorn noch Verurteilung Platz haben dürften. Wahre Gottesliebe zeige sich insbesondere im Gebet – ein Maßstab, an dem sich jeder selbst prüfen könne.
Abschließend rief der Geistliche dazu auf, dem Beispiel des heiligen Nikolaus zu folgen: ein Leben im Gebet, in der Liebe zu Gott und in der Achtung des Heiligen zu führen. Nach der Liturgie dankte der örtliche Pfarrer Pawel Melnikow für die gemeinsame Feier, bevor die Gemeinde das Patronatsfest fortsetzte.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Alexej Veselov für eine bewusste Vorbereitung auf Ehe und Familie plädierte.
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