Liturgie in der Berliner Kathedrale: Predigt über „lebendiges Wasser“
Der Klerus um Erzbischof Tichon feierte die Göttliche Liturgie in Berlin. Foto: Diözese
Am Sonntag, dem 10. Mai 2026, hat Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russisch-Orthodoxen Kirche, die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin gefeiert. Im Mittelpunkt stand die Predigt von Priester Maxim Yudakov zum Sonntagsevangelium von der Begegnung Christi mit der Samariterin (Joh 4,5-42). Darüber berichtete die Diözese auf ihrer Webseite.
In seiner Predigt stellte Priester Maxim Yudakov die Begegnung Jesu mit der Samariterin als Zeichen göttlicher Zuwendung zu Ausgegrenzten heraus. Christus wende sich bewusst einem Menschen zu, der gesellschaftlich und religiös als Außenseiterin galt. Bereits die Bitte „Gib mir zu trinken“ zeige, dass Gott den Menschen nicht richtet, sondern sucht und rettet.
Zugleich deutete der Geistliche das „lebendige Wasser“, von dem Christus spricht, als Bild für die Gnade Gottes. Diese allein können den inneren Durst des Menschen stillen, während irdische Ziele wie Wohlstand oder Erfolg letztlich unbefriedigend bleiben. Die menschliche Seele sei auf Gott hin ausgerichtet und finde nur in ihm dauerhaften Frieden.
Besondere Bedeutung maß der Prediger dem Umgang Jesu mit der Sünde der Samariterin bei. Christus offenbarte ihr Leben ohne Verurteilung und eröffne dadurch den Weg zur inneren Umkehr. Dies zeigt, dass Gottes Erkenntnis des Menschen stets mit Liebe und Vergebung verbunden sei, nicht mit Verdammnis.
Abschließend verwies Priester Maxim Yudakov auf die Verwandlung der Samariterin, die nach der Begegnung mit Christus ihr bisheriges Leben hinter sich lässt und zur Verkünderin wird. Diese Veränderung sei beispielhaft für jeden Gläubigen: Gott komme jedem Menschen entgegen und lade ihn ein, sein Herz zu öffnen und von dem „lebendigen Wasser“ – Gnade, Glauben und geistliches Leben – zu kosten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Sofian bei einem Pastoralbesuch zum Sonntag der Samariterin die Kirche als „geistliche Quelle“ beschrieb.
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