Rolle der Frau in der Orthodoxie: Zwischen Würde, Tradition und Missverständnissen
Erzpriester Dionisij Idavajn spricht im Videoformat „Frag den Priester“ über die Rolle der Frau in der orthodoxen Kirche.
Die russisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Johannes von Kronstadt in Hamburg hat am 6. Mai 2026 eine neue Ausgabe ihres Videoformats „Frag den Priester“ veröffentlicht. In der aktuellen Folge beantwortet Erzpriester Dionisij Idavajn auf dem YouTube-Kanal mit Moderatorin Alexandra Vidanov Fragen zum Thema Rolle und Würde der Frau in der orthodoxen Kirche sowie zu umstrittenen Aussagen über Unterordnung in Ehe und Gemeindeleben.
Im Gespräch betont Erzpriester Dionisij Idavajn, dass der Begriff der Menschenwürde wesentlich durch das Christentum geprägt worden sei. Insbesondere seit der Geburt Jesu Christi habe sich auch die Stellung der Frau grundlegend verändert. In der orthodoxen Kirche seien Frauen unverzichtbar und in vielfältigen Aufgaben aktiv, etwa im Gemeindeleben, im Gesang oder in sozialen Diensten. Historisch habe es zudem weibliche Diakone gegeben, die bestimmte Aufgaben wahrnahmen.
Zugleich unterstreicht der Priester in dem Videobeitrag, dass Frauen nicht zum Priesteramt zugelassen sind. Dies begründet er mit der theologischen Auffassung, dass der Priester im Gottesdienst Christus repräsentiere, der als historische Person männlich gewesen sei. Diese Praxis sei Teil der kirchlichen Tradition und werde in der Orthodoxie bewusst beibehalten.
Mit Blick auf Kritik an biblischen Aussagen zur „Unterordnung“ der Frau erklärt der Hamburger Geistliche, diese seien im Zusammenhang mit der ebenso geforderten Liebe und Hingabe des Mannes zu verstehen. Ein Mann solle seine Frau so lieben, dass er bereit sei, sein Leben für sie zu geben. Unterordnung bedeute daher nicht Minderwertigkeit, sondern könne als freiwillige Hingabe in einer von Verantwortung geprägten Beziehung interpretiert werden. Moderne Missverständnisse entstünden häufig durch eine isolierte Betrachtung einzelner Textstellen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Matthias Fröse beim Thema Gebet für kleine, treue Schritte statt Perfektion wirbt.
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