Priester Matthias Fröse: „Nicht die Schwäche hält uns zurück, sondern der Wille“

Priester Matthias Fröse rief dazu auf, auf Gottes Wirken nicht mit Ausreden zu reagieren, sondern den entscheidenden inneren Schritt des „Aufstehens“ zu wagen.

Zum Sonntag des Gelähmten (3. Mai 2026) sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die geistliche Lähmung vieler Gläubiger und die Notwendigkeit einer persönlichen Antwort auf Gottes Wirken. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.

Ausgehend vom Evangelium über den seit 38 Jahren kranken Mann am Teich Bethesda (Joh 5,1–15) stellte Priester Matthias Fröse die Frage in den Mittelpunkt, warum sich das Leben trotz Glaubens und Gebets oft nicht verändere. Viele Gläubige verharrten innerlich in einem Zustand des Stillstands, obwohl sie religiös aktiv seien. Die biblische Erzählung zeige, dass nicht äußere Umstände allein entscheidend seien, sondern auch die Bereitschaft des Menschen, sich bewegen zu lassen.

Besonders hob der Geistliche die Frage Christi „Willst du gesund werden?“ hervor. Diese sei keine Selbstverständlichkeit, sondern fordere eine klare Antwort. Der Gelähmte reagiere zunächst mit Ausreden und verweise auf Hindernisse – ein Verhalten, das auch heute vielen vertraut sei. Gott öffne Wege, doch der Mensch antworte häufig mit Zögern oder Rechtfertigungen.

Anhand weiterer Beispiele aus der Apostelgeschichte – etwa der Heilung des Gelähmten Aeneas und der Auferweckung der Tabita durch den Apostel Petrus – unterstrich der Priester, dass göttliches Handeln und menschliche Antwort zusammengehören. Der Glaube sei nicht nur ein Warten auf Gottes Eingreifen, sondern verlange eine konkrete Reaktion, ein „Aufstehen“ aus innerer Lähmung.

Abschließend ermutigte Priester Matthias Fröse zu einfachen, aber bewussten Schritten im geistlichen Leben: ehrliches Gebet, aufrichtige Beichte, Entscheidungen gegen belastende Gewohnheiten und Zeiten der Stille. Gottes Gnade sei stets gegenwärtig, doch sie wirke nicht am Menschen vorbei. Entscheidend sei die ehrliche Bereitschaft, auf den göttlichen Ruf zu antworten – auch wenn dieser Schritt klein und unvollkommen bleibe.



Die UOJ berichtete zuvor, dass die serbisch-orthodoxe Gemeinde aus Frankfurt ihren ersten Gottesdienst in einem neu angemieteten katholischen Gotteshaus in Offenbach feierte.
 
 

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