Bischof Meletius mahnte zu weniger Egozentrik im Blick auf die Auferstehung
Bischof Meletius von Znepol verbindet die Osterbotschaft mit einem Aufruf zu mehr Nächstenliebe und gesellschaftlicher Verantwortung. Foto: Patriarchat
Angesichts anhaltender globaler Konflikte und gesellschaftlicher Spannungen hat der bulgarisch-orthodoxe Bischof Meletius von Znepol dazu aufgerufen, die Botschaft der Auferstehung Christi stärker als konkrete Lebenswirklichkeit zu begreifen – und egozentrische Denkweisen zu überwinden. Das Patriarchat veröffentlichte am 13. April 2026 ein Interview mit dem Geistlichen auf seiner Webseite.
Im Gespräch betont der Rektor des Theologischen Seminars in Sofia, dass Kriege, Gewalt und moralische Krisen letztlich Ausdruck einer inneren Abkehr von der „Kraft der Auferstehung“ seien. Diese sei nicht nur ein theologisches Konzept, sondern eine reale transformative Kraft, die das Leben des Menschen prägen müsse. Wer die Auferstehung als Grundlage des eigenen Daseins anerkenne, verändere auch seinen Blick auf Mitmenschen und Welt grundlegend.
Zugleich kritisiert Bischof Meletius eine verbreitete Verkürzung des christlichen Glaubens auf Randaspekte. Im Zentrum stehe die Botschaft vom Tod und der Auferstehung Jesu Christi, die als „Programm für das Leben“ verstanden werden müsse. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen Orientierung suchten, komme dieser Kernbotschaft besondere Bedeutung zu.
Mit Blick auf das Osterfest ruft der Bischof dazu auf, Einsamkeit und soziale Not stärker wahrzunehmen. Kirche solle nicht nur liturgischer Raum sein, sondern auch konkrete Gemeinschaft und Hilfe bieten. Christen seien aufgerufen, „nicht nur ihre Taschen, sondern auch ihr Herz zu öffnen“ und aktiv auf Bedürftige zuzugehen.
Besonders eindringlich mahnt Bischof Meletius, die Auferstehung nicht nur als festlichen Moment zu erleben, sondern als dauerhafte innere Haltung. Ein weniger egozentrischer, stärker gemeinschaftsorientierter Glaube könne dazu beitragen, gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden und das Osterfest glaubwürdiger zu bezeugen.
Das bulgarische Patriarchat veröffentlicht auf seiner Webseite in der Rubrik „Orthodoxes Denken“ regelmäßig Interviews mit Geistlichen, Theologen und Gläubigen zu theologischen Themen des Kirchenjahres oder besonderen Fragestellungen wie etwa dem Glaubensleben in der Diaspora.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Grünen im Bundestag Krankenhäuser zu Abtreibungen zwingen wollen.
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