Metropolit Irinej forcierte Pläne für eine orthodoxe Universität in Serbien

Metropolit Irinej sieht die Kirche in der Tradition des Heiligen Sava als Trägerin von Bildung und kultureller Identität.

In einem Osterinterview mit dem kirchlichen Sender Radio Slovo ljubve hat sich der serbisch-orthodoxe Metropolit Irinej (Bulović) von Bačka deutlich für die Errichtung einer „Universität des Heiligen Sava“ ausgesprochen und dies mit der historischen Bildungsrolle der Kirche sowie mit Kritik am Zustand staatlicher Hochschulen in Serbien begründet. Der Sender veröffentlichte das Interview am 12. April 2026 auf seinem YouTube-Kanal.

Metropolit Irinej betonte, dass europäische Universitäten ursprünglich aus kirchlichen und klösterlichen Schulen hervorgegangen seien und stellte die geplante Einrichtung in diese Tradition. Die Serbisch-Orthodoxe Kirche habe daher ebenso das Recht, eine eigene Universität zu gründen, wie es in anderen Ländern mit kirchlichen oder privaten Hochschulen längst üblich sei.

In dem Gespräch verwies der Metropolit mehrfach auf  den Heiligen Sava von Serbien als geistiges Vorbild für Bildung und nationale Identität. Die geplante Universität solle an dieses Erbe anknüpfen und einen Beitrag zur kulturellen und geistigen Erneuerung leisten.

Zugleich stellte der Geistliche die geplante Universität in den Kontext der Bewahrung der serbischen Identität, die aus seiner Sicht zunehmend unter gesellschaftlichem und kulturellem Druck stehe und daher einer stärkeren geistigen und bildungsbezogenen Verankerung bedürfe.

Bereits über Absichtserklärungen hinaus sind konkrete Schritte zur Gründung der geplanten Universität unternommen worden: So wurde im Rahmen einer Regierungssitzung die institutionelle Zusammenarbeit zwischen dem serbischen Staat und der Serbisch-Orthodoxen Kirche formal eingeleitet. Mit der Unterzeichnung eines entsprechenden Memorandums wurde der organisatorische Grundstein gelegt, auf dessen Basis nun die rechtlichen, strukturellen und akademischen Voraussetzungen für die Errichtung der Universität St. Sava ausgearbeitet werden. Damit befindet sich das Projekt nicht mehr nur auf konzeptioneller Ebene, sondern ist in eine erste Phase praktischer Umsetzung eingetreten.

In Serbien existiert mit der Orthodoxe Theologische Fakultät der Universität Belgrad bereits eine kirchlich geprägte Ausbildungseinrichtung im staatlichen Hochschulsystem, während eine eigenständige orthodoxe Universität einen deutlich weitergehenden Schritt darstellen würde.



Die UOJ berichtete zuvor, dass die serbisch-orthodoxe Gemeinde Köln Liturgie und Katechese auf Deutsch anbietet.

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