Karwoche als Weg zur inneren Umkehr und geistlichen Wachsamkeit

Metropolit Pachomius von Vidin ordnet das Geschehen in der Karwoche ein. Foto: Patriarchat
In einem Interview zum Palmsonntag erläutert der bulgarisch-orthodoxe Metropolit Pachomius von Vidin die geistliche Bedeutung der Karwoche und ruft zu bewusster Vorbereitung auf das Osterfest auf. Das bulgarische Patriarchat veröffentlichte das Gespräch am 4. April 2026 auf seiner Webseite.
Mit Blick auf die Karwoche bezeichnet Metropolit Pachomius die Tage zwischen Karmontag und Karsamstag als zentrale Phase im kirchlichen Leben. In ihnen werde das Leiden Christi bewusst betrachtet, das als Höhepunkt göttlicher Demut und Liebe verstanden werden müsse. Die Menschwerdung und das Kreuzesopfer seien Ausdruck der Hingabe Gottes für das Heil der Menschen.
Besonders hebt der Metropolit die ersten Tage der Woche hervor, die im Zeichen der sogenannten „Bräutigamsdienste“ stehen. Anhand des Gleichnisses von den klugen und törichten Jungfrauen verdeutlicht er die Notwendigkeit geistlicher Wachsamkeit. Das „Öl“ der Lampen stehe sinnbildlich für christliche Tugenden wie Barmherzigkeit, Demut und Liebe, ohne die der Mensch keinen Zugang zum Heil finde.
Die Karwoche sei daher keine rein rituelle Zeit, sondern fordere eine innere Haltung der Umkehr und des geistlichen Wachstums. Christen seien aufgerufen, sich aktiv Tugenden anzueignen und ihr Leben an Christus auszurichten. Wer sich hingegen von Gott entferne und nur weltlichen Bedürfnissen folge, verliere die Orientierung und den Zugang zur geistlichen Wahrheit.
Abschließend betont der geistliche die zentrale Bedeutung des Kreuzesgeschehens: Im Leiden, Tod und Begräbnis Christi offenbare sich die göttliche Barmherzigkeit, die den Menschen Erlösung und neues Leben schenke. Die bewusste Teilnahme am kirchlichen Leben und an den Sakramenten sei der Weg, dieses Heilswerk zu erkennen und anzunehmen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine neue russisch-orthodoxe Gemeinde in Ingelheim künftig die katholische Kirche des Orts für ihre Gottesdienste nutzen kann.
Lesen Sie auch
Patriarch von Antiochia erörterte mit einer Delegation der ROK die zwischenkirchlichen Beziehungen
Das Oberhaupt der Kirche von Antiochia traf sich mit Metropolit Antonij von Wolokolamsk.
In Uganda wurde ein christlicher Lehrer getötet, der Konvertiten aufnahm
Ein 45-jähriger Lehrer wurde im Westen Ugandas von Unbekannten erschlagen, nachdem er mehreren ehemaligen Muslimen Zuflucht gewährt hatte.
UOJ-Journalisten nach Briefen an Vance freigelassen – Leiterin der Jungen Republikaner
Catherine Whiteford berichtete, dass sie J. D. Vance persönlich Briefe inhaftierter Journalisten übergeben habe, die über Kirchenbesetzungen geschrieben hatten, und dass diese drei Monate später freigelassen worden seien.
Co-Vorsitzende der Jungen Republikaner: Einberufung des UOK-Klerus ist Mord durch fremde Hand
Catherine Whiteford erklärte, dass Priester der UOK an die Front geschickt würden, obwohl deren geistlicher Stand bekannt sei. Ihr Tod werde anschließend der russischen Armee zugeschrieben.
Orthodoxes Symposion in Würzburg behandelte Fragen des Menschenbildes
Beim Symposion des Ostkirchlichen Instituts sprach Priester Vladimir Bayanov über die orthodoxe Haltung zur Sterbehilfe und die Begleitung sterbender Menschen.
Orthodoxe Jugend lud zu Spieleabend in München ein
Die Orthodoxe Jugend organisiert ein gemeinsames Treffen mit Brett- und Kartenspielen, bei dem der Austausch und die Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.