Neue russisch-orthodoxe Gemeinde in Ingelheim nutzt künftig katholische Kirche
Die neue Gemeinde mit Priester Arsenij Sawchuk hat ab sofort regelmäßige Gottesdienstzeiten.
In Ingelheim am Rhein hat sich eine international geprägte neue russisch-orthodoxe Gemeinde gebildet, die ab Ostern 2026 regelmäßig Gottesdienste in der katholischen Kirche St. Michael in Ober-Ingelheim feiert. Die neue Gemeinde ist dem heiligen Apostel Andreas und dem heiligen Nikolaus von Myra geweiht und versteht sich als Ort des gemeinsamen Glaubenslebens und der Begegnung über konfessionelle Grenzen hinweg.
Ab Ostern wird die Göttliche Liturgie jeweils am zweiten und vierten Sonntag im Monat in der Kirche St. Michael zelebriert (Neuweg 11, 55218 Ingelheim), Beginn um 10 Uhr; zuvor besteht Gelegenheit zum Stundengebet und zur Beichte. Die Gottesdienste werden in deutscher und kirchenslawischer Sprache gehalten und durch weitere liturgische Elemente in griechischer und ukrainischer Sprache ergänzt.
Die Gemeinde mit Priester Arsenij Sawchuk untersteht Metropolit Johannes von Dubna, der der Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa mit Sitz in Paris vorsteht, die aus der russischen Emigration nach der Oktoberrevolution 1917 entstanden ist. Sie untersteht seit 2019 wieder mit einer gewissen Eigenständigkeit der Russisch-Orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats.
Die meisten Gemeinden der Erzdiözese befinden sich in Frankreich. In Deutschland gibt es aktuell rund zehn Gemeinden und Klöster. Ferner gehört zum Erzbistum das Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge in Paris, eine Hochschule, die die bedeutendste orthodoxe Bildungseinrichtung in Westeuropa darstellt.
Die Gemeinde in Ingelheim richtet sich insbesondere an orthodoxe Gläubige aus der Region Rhein-Main, darunter auch viele Menschen mit ukrainischem Hintergrund. Bereits am Palmsonntag wurde der erste Gottesdienst gefeiert, die Osterliturgie findet am 12. April statt.
Ermöglicht wird die Nutzung der Kirche durch die katholische Pfarrei, die ihre eigenen Gottesdienste dort am Samstagabend feiert. Die gemeinsame Nutzung gilt als Ausdruck gelebter Ökumene und christlicher Gastfreundschaft. Beide Seiten betonen die verbindende Grundlage im Glauben an Jesus Christus trotz unterschiedlicher liturgischer Traditionen.
Neben der Feier der Liturgie legt die Gemeinde besonderen Wert auf das gemeinsame Gebet, insbesondere für den Frieden, sowie auf die Begegnung im Anschluss an die Gottesdienste. Besucher sind eingeladen, bei Tee und Gesprächen miteinander in Kontakt zu kommen.
Die UOJ berichtete zuvor über die russische Kirche in Darmstadt als Ort von Glaube und Geschichte.
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