„Die Auferweckung des Lazarus erinnert an unsere eigene Auferstehung“

Priester Konstantin Anikin während seiner Predigt in der Gemeinde des Heiligen Isidor in Berlin.

Zum Lazarus-Samstag, dem 4. April 2026, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin (ROK) über die geistliche Bedeutung der Auferweckung des Lazarus als Vorausbild der Auferstehung Christi und als Mahnung zur Erneuerung des eigenen Taufversprechens. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Im Zentrum der Predigt stand die Einordnung des Lazarus-Samstags als Übergang von der Großen Fastenzeit zur Karwoche. Priester Konstantin Anikin betonte, dass die Gläubigen nun Bilanz ihres geistlichen Weges ziehen sollten: Die Fastenzeit sei eine Zeit der inneren Veränderung gewesen, deren Früchte nun geprüft werden müssten. Die anschließende Heilige Woche lade dazu ein, Christus auf seinem Leidensweg zu begleiten und ihm im Gebet und in den Gottesdiensten näherzukommen.

Die Auferweckung des Lazarus habe dabei eine doppelte Bedeutung: Sie verweise einerseits auf die bevorstehende Auferstehung Christi und bezeuge seine göttliche Macht, andererseits erinnere sie an die künftige Auferstehung aller Menschen am Jüngsten Tag. In diesem Zusammenhang rief der Priester dazu auf, sich bewusst an die eigene Taufe zu erinnern und das damals abgelegte Versprechen – die Absage an das Böse und die Hinwendung zu Christus – im Alltag zu erneuern.

Besondere Aufmerksamkeit widmete der Geistliche der Rolle der Liturgie und der kirchlichen Gemeinschaft. Orthodoxer Glaube erschöpfe sich nicht im formalen Bekenntnis, sondern verlange eine lebendige Teilnahme am Gottesdienst. Die Taufe bedeute daher nicht nur einen einmaligen Akt, sondern die dauerhafte Eingliederung in das kirchliche Leben. Die angekündigten Taufen neuer Gemeindemitglieder unterstrichen nach seinen Worten sowohl die Lebendigkeit der Kirche als auch die Verantwortung aller Gläubigen.

Abschließend hob der Priester die zentrale Bedeutung der Karwoche hervor. Diese sei eine „lebenswichtige Zeit“, in der durch intensives Gebet, das Lesen des Evangeliums und die bewusste Mitfeier der Gottesdienste eine tiefgreifende geistliche Erneuerung möglich werde.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei in Genf predigte: „Der moderne Mensch versteht nicht, was Heilung bedeutet.“

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