Priester Matthias Fröse: „Umkehr ist kein Moment, sondern ein langer Weg“

Priester Matthias Fröse predigte am fünften Fastensonntag.
Am fünften Sonntag der Großen Fastenzeit, dem 29. März 2026, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die Bedeutung echter Umkehr und das geistliche Leben am Beispiel der heiligen Maria von Ägypten. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.
Im Mittelpunkt der Predigt stand die heilige Maria von Ägypten, die die Kirche kurz vor dem Ende der Fastenzeit als Beispiel der Umkehr vor Augen stellt. Ihr Leben zeige, dass Sünde im orthodoxen Verständnis nicht nur ein falsches Verhalten sei, sondern eine innere Bindung und Unfreiheit des Menschen. Der entscheidende Wendepunkt ihres Lebens sei der Moment gewesen, in dem sie erkannte, dass nicht die Kirchentür verschlossen war, sondern ihr eigenes Leben sie daran hinderte, einzutreten.
Priester Matthias Fröse betonte, dass echte Umkehr keine kleine Verbesserung des Lebens bedeute, sondern eine radikale Entscheidung und ein langer Weg. Die heilige Maria habe ihr früheres Leben vollständig verlassen und viele Jahre in der Wüste verbracht, im Kampf mit Erinnerungen, Versuchungen und innerer Unruhe. Daraus werde deutlich, dass geistliches Leben langsam wachse, verborgen und oft ohne äußere Anerkennung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Predigt war die Frage nach der inneren Haltung des Menschen: Ob das geistliche Leben für Gott oder für das gesehen Werden geführt werde. Im Evangelium strebten die Jünger nach Größe, Christus aber lehre, dass wahre Größe im Dienen liege. Die heilige Maria von Ägypten habe diese Wahrheit gelebt und sei gerade durch ihre völlige Hingabe an Gott innerlich frei geworden.
Abschließend betonte der Geistliche, dass die wichtigste Botschaft dieses Sonntags sei, dass es nie zu spät zur Umkehr sei. Nicht die Vergangenheit und nicht die Schuld seien das Letzte, sondern die Gnade Gottes. Gott warte jedoch auf die Entscheidung des Menschen, ehrlich neu anzufangen und den Weg der Umkehr weiterzugehen, solange „die Tür noch offen steht“.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der orthodoxe Verlag Hagia Sophia die Veröffentlichung eines neuen Buches von Erzpriester Alexander Schmemann ankündigte.
Lesen Sie auch
Patriarch von Antiochia erörterte mit einer Delegation der ROK die zwischenkirchlichen Beziehungen
Das Oberhaupt der Kirche von Antiochia traf sich mit Metropolit Antonij von Wolokolamsk.
In Uganda wurde ein christlicher Lehrer getötet, der Konvertiten aufnahm
Ein 45-jähriger Lehrer wurde im Westen Ugandas von Unbekannten erschlagen, nachdem er mehreren ehemaligen Muslimen Zuflucht gewährt hatte.
UOJ-Journalisten nach Briefen an Vance freigelassen – Leiterin der Jungen Republikaner
Catherine Whiteford berichtete, dass sie J. D. Vance persönlich Briefe inhaftierter Journalisten übergeben habe, die über Kirchenbesetzungen geschrieben hatten, und dass diese drei Monate später freigelassen worden seien.
Co-Vorsitzende der Jungen Republikaner: Einberufung des UOK-Klerus ist Mord durch fremde Hand
Catherine Whiteford erklärte, dass Priester der UOK an die Front geschickt würden, obwohl deren geistlicher Stand bekannt sei. Ihr Tod werde anschließend der russischen Armee zugeschrieben.
Orthodoxes Symposion in Würzburg behandelte Fragen des Menschenbildes
Beim Symposion des Ostkirchlichen Instituts sprach Priester Vladimir Bayanov über die orthodoxe Haltung zur Sterbehilfe und die Begleitung sterbender Menschen.
Orthodoxe Jugend lud zu Spieleabend in München ein
Die Orthodoxe Jugend organisiert ein gemeinsames Treffen mit Brett- und Kartenspielen, bei dem der Austausch und die Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.