Katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen vor Gericht

Vor dem Landgericht München läuft derzeit ein Prozess gegen einen Priester aus dem Erzbistum Freiburg wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen. Er soll sie u. a. nach einem Oktoberfest-Besuch missbraucht haben. Foto: SWR

Vor dem Landgericht München läuft derzeit ein Prozess gegen einen Priester aus dem Erzbistum Freiburg wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen. Er soll sie u. a. nach einem Oktoberfest-Besuch missbraucht haben. Foto: SWR

Vor dem Landgericht München hat ein Strafprozess gegen einen römisch-katholischen Priester aus dem Erzbistum Freiburg begonnen. Dem 58-Jährigen wird vorgeworfen, über mehrere Jahre hinweg Jugendliche missbraucht zu haben. Im Mittelpunkt der Anklage steht ein Vorfall nach dem Münchner Oktoberfest im Jahr 2005. Darüber berichtete der Südwestrundfunk am 27. März 2026.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Priester im Jahr 2005 zwei Jugendliche auf das Münchner Oktoberfest eingeladen und ihnen Alkohol bezahlt haben. Nach starkem Alkoholkonsum habe er die betrunkenen Jugendlichen in ein Hotelzimmer gebracht und dort sexuell missbraucht. Die Jungen seien aufgrund ihres Alkoholkonsums widerstandsunfähig gewesen.

Der Angeklagte war zwischen 2005 und 2008 als Pfarrer in einer Gemeinde im südlichen Schwarzwald tätig. Dort soll er ein Dachbodenzimmer im Pfarrheim eingerichtet haben, in dem er sich regelmäßig mit männlichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren traf. Laut Anklage habe er das Vertrauen der Jugendlichen gezielt aufgebaut, Treffen organisiert, Alkohol bereitgestellt und sie unter anderem mit Geschenken wie Computern oder Sportausrüstung bedacht.

Im Zuge der Ermittlungen fanden Beamte auf dem Smartphone des Beschuldigten jugendpornografisches Material mit Bildern von Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Priester sexuellen Missbrauch widerstandsunfähiger Personen, sexuellen Missbrauch von Jugendlichen sowie den Besitz jugendpornografischer Inhalte vor. Zuletzt lebte der Beschuldigte in einem Kloster in Oberbayern. Medienberichten zufolge hat er die Vorwürfe eingeräumt. Ein Urteil wird Anfang April erwartet.

Die UOJ berichtete zuvor, dass jeder fünfte junge Deutsche über Auswanderung nachdenkt.

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