Bischof Isaac: Gottes Botschaft kommt nicht im Lärm der Welt, sondern in der Stille

Das Fest der Verkündigung erinnert in der orthodoxen Kirche an die Zustimmung der Gottesmutter zum Heilsplan Gottes und gilt als Beginn der Erlösungsgeschichte, daran erinnerte Bischof Isaac.

Das Fest der Verkündigung erinnert in der orthodoxen Kirche an die Zustimmung der Gottesmutter zum Heilsplan Gottes und gilt als Beginn der Erlösungsgeschichte, daran erinnerte Bischof Isaac.

Auf der offiziellen Webseite des Bulgarischen Patriarchats wurde anlässlich des Festes der Verkündigung (25. März 2026) ein Interview mit Bischof Isaac von Velbaghda veröffentlicht. Darin spricht er über die Entscheidung der Gottesmutter, über inneren Frieden, Leid, Einsamkeit und die wahre Größe des Menschen aus christlicher Sicht.

Bischof Isaac von Velbaghda ist zweiter Vikarbischof der Metropolie Sofia der Bulgarischen Orthodoxen Kirche und unterstützt den Metropoliten von Sofia, Patriarch Daniil, in der Leitung der Diözese sowie in pastoralen und liturgischen Aufgaben. In dem Interview bezeichnet er die Verkündigung als „Fest der Freude und der Versöhnung zwischen Gott und Mensch“. Die Zustimmung der Jungfrau Maria sei zugleich Gehorsam gegenüber Gott und Ausdruck des freien menschlichen Willens. Gott zwinge den Menschen nicht, sondern erwarte dessen freie Antwort auf seine Liebe – darin zeige sich das Zusammenwirken von göttlicher Gnade und menschlicher Freiheit.

Mit Blick auf die moderne Welt erklärte der Bischof, der heutige Mensch sei von Informationen, Meinungen und Nachrichten überflutet, finde aber dennoch oft keinen inneren Frieden. Die frohe Botschaft Gottes komme nicht laut und aufdringlich, sondern in der Stille. Gottes Friede sei nicht von äußeren Umständen abhängig und bleibe auch dann bestehen, wenn das Leben schwierig werde oder schlechte Nachrichten die Welt bestimmten. Entscheidend sei, dass der Mensch lerne, Stille zu finden und mit dem Herzen zu hören.

Weiter betonte Bischof Isaac, dass durch den Glauben auch Leid und Einsamkeit eine andere Bedeutung erhielten. Gott sei kein ferner Schöpfer, sondern in Jesus Christus selbst Mensch geworden und teile das menschliche Leid. Das Christentum verspreche keine Flucht vor dem Leiden, sondern die Gegenwart Gottes im Leiden. Deshalb sei Einsamkeit für den Menschen, der sein Herz Gott öffne, niemals endgültig.

Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews ist die Frage nach wahrer Größe und Würde des Menschen. In einer Welt, die Macht, Selbstdarstellung und Erfolg verherrliche, zeige die Verkündigung einen anderen Maßstab: Wahre Größe entstehe in der Demut und in der Bereitschaft, Gottes Willen anzunehmen. Nicht Macht und Einfluss hätten die Welt verändert, sondern die demütige Zustimmung der Jungfrau Maria zum Willen Gottes.

Abschließend ruft der Bischof dazu auf, keine Angst vor Entscheidungen zu haben, sondern im Vertrauen auf Gott zu handeln. Der Mensch finde seine wahre Freiheit nicht in völliger Unabhängigkeit von Gott, sondern in der bewussten Entscheidung, mit Gott zu leben und seinen Willen anzunehmen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der orthodoxe Medienkanal Photisis TV ein neues Video über das Leben des heiligen Gabriel von Georgien veröffentlicht hat. 
 

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