„Der Sieg ist, wenn wir auf dem Weg zu Gott vorankommen“

Diakon Igor Willimowski predigte am Sonntag der Kreuzverehrung in Krefeld.

Zum Sonntag der Kreuzverehrung, dem 15. März 2026, predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche (ROK) über den geistlichen Sinn der Großen Fastenzeit als Weg der Selbstprüfung und der asketischen Übung. Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand die Aufforderung Christi, das eigene Kreuz anzunehmen und durch Gebet, Fasten und innere Umkehr den Leidenschaften zu widerstehen. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.

In seiner Predigt verglich Diakon Igor Willimowski den dritten Sonntag der Großen Fastenzeit mit der Halbzeit eines sportlichen Wettkampfs. Dieser Zeitpunkt lade dazu ein, das bisherige geistliche Leben zu prüfen: Was sei gelungen, wo müsse man den eigenen Weg korrigieren? Ziel des christlichen Lebens sei der Fortschritt auf dem Weg zu Gott, während der eigentliche „Feind“ die eigenen Leidenschaften seien, aus denen die Sünde hervorgehe.

Die Fastenzeit beschrieb der Diakon als eine Zeit der Askese, die wörtlich „Training“ bedeute. Durch Gebet, Fasten und geistliche Übung lerne der Mensch, seine Leidenschaften zurückzudrängen und so die Kraft zu gewinnen, das eigene Kreuz zu tragen. Dieses Kreuz könne sowohl im Innern liegen – etwa in Neigungen zu Stolz, Lästerung oder ungeordneten Begierden – als auch in äußeren Herausforderungen des Lebens, etwa familiären Belastungen, Krankheit oder Konflikten.

Ausgangspunkt seiner Auslegung war das Evangelium des Tages (Mk 8,34 -9,1), in dem Christus dazu aufruft: „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Selbstverleugnung bedeute, Gott an die erste Stelle zu setzen und das eigene Handeln daran zu prüfen, ob es dem göttlichen Willen entspreche.

Zugleich warnte der Geistliche davor, sich des christlichen Glaubens in einer zunehmend säkular geprägten Gesellschaft zu schämen. Christliche Maßstäbe würden heute häufig ignoriert oder bekämpft, doch gerade darin liege eine geistliche Herausforderung für die Gläubigen. Die zweite Hälfte der Fastenzeit sei daher eine Gelegenheit, das geistliche „Training“ zu intensivieren, um die eigenen Schwächen zu überwinden und Christus näher zu kommen.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije vor Vertreibung der Serben aus Kosovo und Metochien warnte. 

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