„Fasten ist keine Diät“ – Metropolit Pimen über Sinn und Praxis der Fastenzeit

Metropolit Pimen von Europa betont, dass das orthodoxe Fasten vor allem der inneren Umkehr und der Vorbereitung auf die Auferstehung Christi dient. Foto: Diözese

Metropolit Pimen von Europa betont, dass das orthodoxe Fasten vor allem der inneren Umkehr und der Vorbereitung auf die Auferstehung Christi dient. Foto: Diözese

Metropolit Pimen von Europa der Mazedonischen Orthodoxen Kirche – Erzbistum Ohrid hat in einem ausführlichen Interview mit dem Onlineportal femina.mk über Sinn und Praxis der orthodoxen Fastenzeit gesprochen. Dabei betont er in dem am 3. März 2026 veröffentlichten Beitrag, dass Fasten weit mehr sei als der Verzicht auf bestimmte Speisen: Es solle zu innerer Umkehr, Versöhnung und einer bewussteren Beziehung zu Gott führen. Metropolit Pimen steht seit 2006 der westeuropäischen Diözese vor und leitete jüngst die Gründung einer Mission in Fulda.

Mit Beginn der Großen Fastenzeit stellte der Hierarch zunächst den theologischen Hintergrund des Fastens heraus. Die orthodoxe Kirche kenne vier längere Fastenzeiten im Jahr, von denen das Osterfasten mit 49 Tagen die wichtigste sei. Sein geistlicher Sinn liege darin, das Leiden Christi zu bedenken und sich auf die Freude der Auferstehung vorzubereiten. „Ohne das Kreuz gibt es keine Auferstehung, und ohne die Auferstehung ist der Glaube leer“, erklärte der Geistliche.

Das Fasten dürfe deshalb nicht auf eine bloße Ernährungsregel reduziert werden. Zwar gebe es kirchliche Ordnungen mit unterschiedlichen Strengegraden – etwa Tage mit Speisen „auf Wasser“ oder „mit Öl“ –, doch entscheidend sei die innere Umkehr des Menschen. Wahres Fasten bedeute Selbstprüfung, Reue und Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen.

Zugleich rief der Metropolit zu seelsorgerischer Nüchternheit auf. Die Fastenpraxis solle immer mit einem geistlichen Vater abgestimmt werden, damit sie den persönlichen Lebensumständen, der Gesundheit und der geistlichen Reife angepasst werden könne. Wer krank, alt oder körperlich stark belastet sei, könne eine mildere Form des Fastens erhalten. Das geistliche Fasten – Gebet, Verzicht auf schlechte Worte und Werke – bleibe jedoch für alle verpflichtend.

Schließlich hob Metropolit Pimen die soziale Dimension der Fastenzeit hervor. Fasten müsse sich in konkreter Nächstenliebe, Vergebung und Barmherzigkeit zeigen. Gekrönt werde die Fastenzeit durch die Teilnahme an der Eucharistie und den Glauben an die Auferstehung Christi. Ohne diesen Glauben blieben Fasten und religiöse Praxis bloße äußere Formen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland trotz Konflikten um Einheit ringt.

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