Wiederaufbau der Kirche im Geburtsort von Erzpriester Seraphim Slobodskoi
Die ehemalige Erzengel-Michael-Kirche im Dorf Cherentsovka in der Region Pensa, deren Restaurierung 2026 beginnen soll.
Der Archivar der deutschen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA), Anatoly Wladimirowitsch Kinstler, erinnert in einem am 4. Februar 2026 veröffentlichten Beitrag auf der Diözesanwebseite „Der Bote“ an Leben und Wirken von Erzpriester Seraphim Slobodskoi. Anlass ist der Beginn der Restaurierung der Erzengel-Michael-Kirche in seinem Geburtsort Cherentsovka in der Region Pensa, Russland. Slobodskoi wirkte nach dem Zweiten Weltkrieg als Priester in München und wurde durch sein Buch „Das Gesetz Gottes“ zu einer prägenden Gestalt der orthodoxen Diaspora.
Im Jahr 2026 beginnen Restaurierungsarbeiten an der Erzengel-Michael-Kirche im Dorf Cherentsovka, dem Geburtsort des 1912 geborenen Erzpriesters Seraphim Slobodskoi. Die Kirche, die während der Sowjetzeit geschlossen und als Lagerhaus genutzt worden war, gilt als wichtiger Ort der geistlichen Prägung des späteren Seelsorgers und Theologen. Für die deutsche Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland steht die Wiederherstellung des Gotteshauses im Zusammenhang mit der Bewahrung des historischen Gedächtnisses der Diaspora.
Seraphim Slobodskoi kam nach dem Zweiten Weltkrieg als Displaced Person nach Deutschland und lebte seit 1946 im Münchner Stadtteil Pasing. In der dortigen St.-Nikolaus-Kirche engagierte er sich zunächst als Künstler und Gemeindemitglied, gestaltete unter anderem Teile der Ikonostase und leitete religiöse Bildungsangebote. 1951 wurde er zum Priester geweiht und übernahm seelsorgliche Aufgaben in der Gemeinde.
In München begann Erzpriester Seraphim Slobodskoi auch mit der Arbeit an seinem später weltbekannten Katechismus „Das Gesetz Gottes“. Das Werk entwickelte sich zu einer systematischen Darstellung der Grundlagen des orthodoxen Glaubens und wurde für Generationen orthodoxer Christen – besonders in der russischen Emigration – zu einem Standardlehrbuch der religiösen Erziehung.
Nach früheren erfolglosen Bemühungen um eine Restaurierung seiner Heimatkirche übernahm schließlich die Diözese Pensa das Projekt. 2025 wurde das zerstörte Kirchengebäude wieder an die Kirche übergeben; nun sollen die Wiederaufbauarbeiten beginnen. Für die russische Auslandskirche symbolisiert die Restaurierung die Verbindung zwischen den spirituellen Wurzeln in Russland und dem pastoralen Erbe der Diaspora.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland trotz Konflikten um Einheit ringt.
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