Bern: Lutheraner kündigten russisch-orthodoxer Gemeinde die Räume

Die Krypta im Antonierhaus Bern. Foto: Gemeinde

Die Krypta im Antonierhaus Bern. Foto: Gemeinde

Seit rund drei Jahren ist das jahrzehntelange Miteinander zweier Gemeinden in Bern belastet. Nun soll ein Zivilprozess klären, ob die russisch-orthodoxe Gemeinde der Heiligen Dreifaltigkeit ihre angestammte Krypta im Antonierhaus der Lutheraner verlassen muss. Darüber berichtete das schweizer Nachrichtenportal Blick am 1. März 2026.

In Bern stehen sich die evangelisch-lutherische und die russisch-orthodoxe Gemeinde vor Gericht gegenüber. Nach 80 Jahren friedlicher Nachbarschaft im Antonierhaus kündigten die Lutheraner vor drei Jahren den Mietvertrag für die im Untergeschoss gelegene Krypta. Mehrere Schlichtungsversuche blieben erfolglos, am 10. März soll ein Zivilprozess entscheiden.

Die russisch-orthodoxe Gemeinde, gegründet 1816 und seit 1944 eingemietet, sieht die Kündigung als missbräuchlich an und wehrt sich juristisch. Beide Seiten äußern sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht öffentlich zu den Hintergründen. Nach Angaben von mit dem Streit vertrauten Personen soll der Konflikt jedoch nicht politisch motiviert sein.

Die Gemeinde gehört zur Diözese Großbritannien und Westeuropa der russischen Auslandskirche. Gemeindevorsteher Priester Vladimir Svistun ist Ukrainer. Seit Kriegsbeginn beteten Russen und Ukrainer in Bern gemeinsam für Frieden. Durch die Fluchtbewegung ab 2022 wuchs die Gemeinde stark an.

Als möglicher Auslöser des Streits gelten Platzprobleme in der kleinen Krypta. Laut Stadt dürfen sich dort aus feuerpolizeilichen Gründen lediglich 30 bis 50 Personen aufhalten. Das Antonierhaus gehört der Stadt Bern, die die Räume an die Lutheraner vermietet. Vermittlungsgespräche in den Jahren 2024 und 2025 blieben ohne Ergebnis. Nun muss das Gericht klären, ob die jahrzehntelange kirchliche Nachbarschaft endet.

Die UOJ berichtete zuvor über das 20. Panorthodoxe Chortreffen orthodoxer Gemeinden in München.

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