„Der Triumph der Orthodoxie muss sich in unserem persönlichen Leben zeigen“

Erzbischof Tichon von Rusa während der Feier des Triumphes der Orthodoxie in der Berliner Auferstehungskathedrale. Foto: Diözese

Am 1. März 2026, dem ersten Sonntag der Großen Fastenzeit, hat Erzbischof Tichon von Rusa die Liturgie des heiligen Basilius des Großen sowie den Ritus des Triumphes der Orthodoxie in der Auferstehungskathedrale in Berlin zelebriert. In seiner Predigt stellte er den inneren Vollzug des orthodoxen Glaubens in den Mittelpunkt, wie die Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche auf ihrer Webseite berichtete.

Nach der ersten Woche von Gebet, Fasten und Buße erinnerte der Erzbischof an das Evangelium von der Berufung des Nathanael (Joh 1,43–51). Dessen anfänglicher Zweifel – „Kann denn aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ – werde durch die persönliche Begegnung mit Christus überwunden. Wie Nathanael seien auch die Gläubigen gerufen, Christus zu begegnen und ihn als Sohn Gottes zu bekennen. Der Glaube der Apostel habe die Kirche durch Verfolgungen und Irrlehren hindurch getragen und bleibe bis heute Quelle des Heils.

Ausführlich ging Erzbischof Tichon auf die Bedeutung des Festes ein, das an die Wiederherstellung der Ikonenverehrung nach dem Bilderstreit erinnert. Das Siebte Ökumenische Konzil von Nicäa (787) habe die Verehrung der heiligen Ikonen bekräftigt und klargestellt, dass die Ehre nicht dem Material, sondern dem Urbild gelte. Die Ikonen seien Ausdruck der Menschwerdung Christi und sichtbares Zeugnis der Glaubenstradition der Kirche.

Der Triumph der Orthodoxie sei jedoch kein bloß historisches Ereignis, betonte der Erzbischof. Er müsse sich im persönlichen Leben bewähren. „Das zentrale Element, in dem die Orthodoxie entweder triumphiert oder gedemütigt wird, ist mein Gewissen, mein Herz, mein Leben“, zitierte er einen geistlichen Lehrer. Orthodoxie triumphiere dort, wo der Mensch Gottes Willen suche, im Gehorsam lebe und seinem Nächsten diene.

Im Anschluss an die Liturgie wurde der Ritus des Triumphes der Orthodoxie vollzogen. Zum Abschluss sang der Chor die Hymne „Wir loben dich, o Gott“ des heiligen Ambrosius von Mailand.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die russisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Johannes von Kronstadt in Hamburg einen neuen Videobeitrag aus der Reihe „Frag den Priester“ veröffentlicht hat.

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