„Wer die Ikonen leugnet, leugnet die Menschwerdung Gottes“

Erzpriester Matthias Zierenberg während seiner Predigt zum Sonntag der Orthodoxie in der serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen. Foto: Screenshot YouTube
In seiner Predigt zum Sonntag der Orthodoxie, dem 1. März 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die Berufung des Apostels Philippus und die Begegnung mit Natanael als Schlüssel zum Verständnis der Menschwerdung Gottes und der Bedeutung der Ikonen. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend von der Geschichte Gottes mit seinem auserwählten Volk betonte Erzpriester Matthias Zierenberg, dass die Sünde als Abwendung von Gott das Grundproblem des Menschen bleibe. In Jesus Christus aber habe Gott sich endgültig erbarmt und sei selbst Mensch geworden. Mit der Berufung des Philippus (Joh 1,43-51) beginne die konkrete Nachfolge: Wer Christus begegne, werde gesandt, andere einzuladen – nicht durch Streitgespräche, sondern durch das schlichte Wort: „Komm und sieh.“
Am Beispiel Natanaels hob der Geistliche in der Predigt die persönliche Dimension des Glaubens hervor. Entscheidender als bloße Schriftkenntnis sei die Erfahrung, dass Christus den Menschen kennt, sieht und liebt. Das erste Wunder bestehe darin, von Gott erkannt zu sein. Daraus erwachse das Bekenntnis „Du bist Gottes Sohn“ – als dankbare Antwort des Glaubens auf Gottes Zuwendung.
Mit Blick auf den Sonntag der Orthodoxie unterstrich der Erzpriester die theologische Bedeutung der Ikonen. Weil Gott in Christus Mensch geworden sei, dürfe er dargestellt werden. Die Ikone sei sichtbarer Ausdruck der Inkarnation und damit Bekenntnis der Kirche gegen Irrlehren. Glaube wachse dort, wo Menschen Gottes Wirken als Wunder erkennen, es annehmen und im Gebet sowie im Fasten vertiefen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die russisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Johannes von Kronstadt in Hamburg einen neuen Videobeitrag aus der Reihe „Frag den Priester“ veröffentlicht hat.
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