Ökumenischer Rat vernetzt Gemeinden auf Raumsuche mit Vermietern
Kirchenräume in Berlin stehen vor neuen Nutzungskonzepten – Kooperationen zwischen Gemeinden sollen ihre Zukunft sichern. Der Soziologe Frederic Jage-Bowler hilf dabei. Foto: Michael Burkner
In Berlin bringt der Ökumenischer Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) Gemeinden mit leerstehenden Räumen und kleinere Glaubensgemeinschaften auf Raumsuche zusammen. Koordiniert wird das Projekt von Soziologe Frederic Jage-Bowler, der seit Herbst in einem Charlottenburger Büro als Ansprechpartner fungiert. Ziel ist es, angesichts steigender Mieten und knapper Flächen kirchliche Präsenz in den Stadtteilen zu sichern. Darüber berichtete am 26. Februar 2026 die kirchliche Webseite aussicht.online.
Ausgangspunkt ist eine paradoxe Situation: Das katholische Erzbistum Berlin verfügt über mehr Immobilien, als es langfristig halten will, während kleine, häufig muttersprachliche oder orthodoxe Gemeinden kaum bezahlbare Räume finden. Die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt sieht hier Handlungsbedarf und hat eine Koordinierungsstelle geschaffen, um Angebot und Nachfrage besser zu vernetzen.
Jage-Bowler vermittelt zwischen meist evangelischen und katholischen Raumgebern und suchenden Gemeinden. Er berät zu Zwischenlösungen ebenso wie zu langfristigen Mietverträgen – sei es für Gottesdiensträume, Büros oder Gemeinderäume. Dabei setzt er auf transparente Prozesse und individuell zugeschnittene Lösungen.
Nach seinen Beobachtungen herrscht auf Seiten der anbietenden Gemeinden große Offenheit, insbesondere gegenüber Migrationsgemeinden. Wirtschaftliche Fragen träten zunächst in den Hintergrund. Für eine gelingende Zusammenarbeit empfiehlt Jage-Bowler klare Zuständigkeiten für organisatorische Fragen sowie eine „Brückenperson“ für theologische und ökumenische Anliegen. Gemeinsame Projekte könnten wachsen – sollten aber nicht übereilt werden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Reliquien des heiligen Andreas von Kreta in Belgrad zur Verehrung ausgestellt wurden.
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