„Der beste Anfang ist die Vergebung und Gott vergibt uns allen“

Priester Konstantin Anikin predigte in der Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor. Foto: Screenshot YouTube

Am Sonntag, dem 22. Februar 2026, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über die geistliche Bedeutung der Vertreibung Adams aus dem Paradies, den Vergebungssonntag und den inneren Weg zur bevorstehenden Fastenzeit. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Im Mittelpunkt der Predigt stand die Frage, welche Bedeutung die Erinnerung an Adams Vertreibung heute noch habe. Priester Konstantin Anikin erklärte, dass Christen zwar durch die Taufe von der Ursünde befreit seien, das biblische Ereignis jedoch als geistliches Bild verstanden werden müsse: Der Verlust des Paradieses erinnere daran, wie sehr der Mensch die Gemeinschaft mit Gott vermissen könne und wie wichtig die Sehnsucht nach dem himmlischen Leben bleibe.

Zugleich zog der Priester eine Parallele zur gegenwärtigen Lebenssituation vieler Gläubiger. Trotz materieller Sicherheit und stabiler Lebensverhältnisse dürfe das „weltliche Paradies“ nicht zum Mittelpunkt werden. Äußere Krisen oder gesellschaftliche Unsicherheiten sollten Christen nicht in Panik versetzen, sondern dazu anregen, ihr Vertrauen stärker auf Gott und das geistliche Leben zu richten.

Das eigentliche Paradies sei für Gläubige die Kirche selbst, sagte der Geistliche. Wer sich von ihr entferne, erfahre einen ähnlichen Verlust wie Adam. Deshalb rufe die Kirche unmittelbar vor Beginn der Fastenzeit dazu auf, sich neu an das geistliche Leben zu binden und die Gemeinschaft mit Gott bewusst zu pflegen.

Besonderes Gewicht legte der Priester auf die Praxis der Vergebung. Der Vergebungssonntag betreffe nicht nur das kirchliche Leben, sondern auch Familie, Arbeit und Alltag. Versöhnung, Beichte und innerer Frieden seien die Grundlage für eine fruchtbare Fastenzeit und die Vorbereitung auf das Osterfest. Die Liebe Gottes solle sich im Umgang der Menschen miteinander widerspiegeln.



Die UOJ berichtete zuvor über eine Neuerscheinung im orthodoxen Verlag Hagia Sophia: Sergej Fudel ruft in „Bin etwa ich es?“ zur persönlichen Gewissensprüfung in schwierigen Zeiten auf.

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