Bischof Irenei: Vergebung ist Voraussetzung für ein christliches Leben
Bischof Irenei predigte am Sonntag in London. Foto: Diözese
Bischof Irenei von London, Hierarch der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA), hat die Gläubigen in seiner Predigt am 22. Februar 2026 eindringlich dazu aufgerufen, Vergebung als zentralen Bestandteil des christlichen Lebens zu verstehen. Ohne die Bereitschaft zu vergeben gebe es weder echtes Christsein noch geistliche Heilung. Die Diözese veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.
Statt einer ausführlichen theologischen Auslegung stellte Bischof Irenei die Gemeinde vor eine grundlegende Entscheidung: Jeder Mensch müsse wählen, ob er tatsächlich als Christ leben wolle. Diese Entscheidung zeige sich vor allem in der Bereitschaft, anderen zu vergeben, so wie Gott den Menschen ihre Schuld vergebe.
Der Geistliche betonte, dass Vergebung kein Ideal oder freiwilliges Ziel sei, sondern eine notwendige Bedingung des Glaubens. Das Handeln Gottes, der den Menschen selbst durch Kreuz und Tod Vergebung schenke, bilde dabei das Vorbild für das Verhalten gegenüber Mitmenschen.
Wer sich weigere zu vergeben, schade nicht nur anderen, sondern verschließe sich selbst vor Heilung und entferne sich von Gott, erklärte der Bischof. Umgekehrt könne die Bitte um Vergebung und die Versöhnung mit anderen den Weg zu einem neuen Leben öffnen.
Abschließend rief Bischof Irenei die Gläubigen dazu auf, einander offen zu begegnen, Vergebung zu suchen und zu gewähren. In dieser Haltung liege eine Kraft, die stärker sei als Hass, Leid oder Ungerechtigkeit und den Menschen zur Freude des Reiches Gottes führe.
Die UOJ berichtete zuvor über eine Neuerscheinung im orthodoxen Verlag Hagia Sophia: Sergej Fudel ruft in „Bin etwa ich es?“ zur persönlichen Gewissensprüfung in schwierigen Zeiten auf.
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