„Bin etwa ich es?“ fragt nach der Treue des Christen in schwierigen Zeiten
Die Neuerscheinung „Bin etwa ich es?“ hinterfragt trügerische Glaubensgewissheit.
Der orthodoxe Verlag Hagia Sophia kündigt für den 20. März 2026 die deutschsprachige Veröffentlichung eines Werkes des russischen Schriftstellers und Theologen Sergej Fudel an. Das Buch „Bin etwa ich es? Von der Bewahrung des Christen in der Welt“ erscheint zunächst zum vergünstigten Subskriptionspreis und widmet sich grundlegenden Fragen nach Kirche, Glaubenstreue und persönlicher Verantwortung, wie der Verlag am 21. Februar mitteilte.
Das 222 Seiten umfassende Werk greift eine biblische Szene aus dem Matthäusevangelium auf, in der die Jünger beim Letzten Abendmahl nach der Vorhersage des Verrats fragen: „Bin etwa ich es, Herr?“ Ausgangspunkt ist für Fudel die Selbstprüfung des Christen angesichts möglicher Untreue gegenüber Christus. Vor dem Hintergrund der sowjetischen Kirchenverfolgung reflektiert der Autor über Zweifel, innere Gewissheit und die Gefahr einer bloß äußerlichen Zugehörigkeit zur Kirche.
Im Zentrum stehen Fragen nach Wesen und Grenzen kirchlicher Identität: Reichen Taufe, korrektes Glaubensbekenntnis und Teilnahme an den Sakramenten aus, oder droht eine trügerische Sicherheit? Fudel warnt vor einem „dunklen Doppelgänger der Kirche“, der aus Selbstzufriedenheit, Pharisäertum oder Gleichgültigkeit entstehen könne und die Gläubigen von echter Nachfolge entferne.
Sergej Josifowitsch Fudel (1900–1977), Sohn eines Moskauer orthodoxen Priesters mit deutschen Wurzeln, verbrachte wegen seines Glaubens insgesamt zwölf Jahre in Haft und Verbannung. Erst nach dem Ende der Sowjetunion wurden seine Schriften breiter zugänglich. Die deutsche Ausgabe wurde aus dem Russischen von Hans-Peter Arnold übersetzt und erscheint als Klappenbroschur. Im Verlag hagia Sophia ist von Sergej Fudel bereits der Titel „An den Mauern der Kirche“ erschienen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine aktualisierte Liste der Neumärtyrer der Russischen Kirche veröffentlicht wurde.
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