Programm der Liturgischen Studienwoche am Institut Saint-Serge veröffentlicht

Das Institut Saint-Serge in Paris ist seit einem Jahrhundert ein Zentrum orthodoxer Theologie und Gastgeber internationaler liturgiewissenschaftlicher Tagungen.

Das Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge in Paris veranstaltet vom 29. Juni bis 2. Juli 2026 seine 72. Liturgische Studienwoche unter dem Titel „Für eine liturgische Ökologie“. Die traditionsreiche Tagung bringt orthodoxe, katholische und anglikanische Theologen zusammen, um die Beziehung zwischen Liturgie, Schöpfung und ökologischem Denken zu beleuchten, wie das Institut am 16. Februar 2026 auf seiner Webseite mitteilte.

Die Studienwoche findet sowohl vor Ort in den Räumlichkeiten des Instituts als auch online statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie liturgische Traditionen eine Theologie der Schöpfung bezeugen und zu einer verantwortlichen Haltung gegenüber der materiellen Welt beitragen können.

Die Veranstalter betonen, dass das Heilsgeschehen nicht nur den Menschen betrifft, sondern auch die gesamte Schöpfung einschließt. Vorträge widmen sich unter anderem den Ursprüngen der eucharistischen Liturgie, der liturgischen Heiligung natürlicher Elemente wie Wasser oder Pflanzen sowie der Rolle der Hagiographie und des Kirchenjahres für ein christliches Verständnis von Natur und Umwelt.

Das Programm umfasst mehrere thematische Blöcke – von „Liturgien der Antike“ über die liturgische Bedeutung von Tieren, Pflanzen und Elementen bis hin zu Fragen einer ökologischen Umkehr durch liturgische Praxis. Neben wissenschaftlichen Beiträgen sind gemeinsame Gebetszeiten, eine Exkursion zur Kathedrale Notre-Dame de Paris sowie ein abschließendes Plenum vorgesehen. Die Teilnahme ist vor Ort oder per Zoom möglich; tägliche Gottesdienste in der Kirche Saint-Serge begleiten die Tagung.

Das Institut Saint-Serge, 1925 gegründet und Teil der Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa, gilt als bedeutendste orthodoxe Bildungseinrichtung der Region. Unter der neuen Präsidentschaft von Christophe Levalois setzt es seine hundertjährige Tradition theologischer Forschung und ökumenischer Zusammenarbeit fort. Mit rund 250 Studierenden im Studienjahr 2025/26 bleibt das Institut ein wichtiger akademischer Bezugspunkt für die orthodoxe Theologie in Westeuropa.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die antiochenisch-orthodoxe Metropolie am 22. Februar 2026 eine Online-Katechese startet.


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