„Death to the World“: Orthodoxes Underground-Magazin erscheint als Sammelband

Titelbild des neuen Sammelbands des orthodoxen Underground-Magazins „Death to the World“.

Titelbild des neuen Sammelbands des orthodoxen Underground-Magazins „Death to the World“.

Mit „Death to the World Vol. One: Genesis“ erscheint in Kalifornien ein rund 400 Seiten starker Sammelband, der sämtliche Inhalte des gleichnamigen orthodoxen Szene- und Underground-Magazins aus den 1990er-Jahren vereint. Das Projekt entstand einst im Umfeld eines russisch geprägten Klosters und gilt bis heute als außergewöhnliches Beispiel subkultureller Mission, wie die orthodoxe Nachrichtenseite orthochristian.com am 16. Februar 2026 berichtete.

Die Veröffentlichung bündelt die zwölf Originalausgaben des Magazins sowie Erinnerungsstücke, editorische Reflexionen und zusätzliche Materialien wie „Alaska the Final Frontier“ und „Mother Wisdom“. Herausgegeben wurde das ursprüngliche Projekt vom St. Herman of Alaska Monastery in Platina (Kalifornien), einem Kloster, das von Mönchen der russischen Auslandskirche gegründet wurde, jedoch der Serbisch-Orthodoxen Eparchie Westamerika untersteht, und das stark von der russischen asketischen Tradition geprägt ist. Die Auslieferung des neuen Buches ist seitens der Herausgeber für Ostern 2026 geplant.

„Death to the World“ entstand Mitte der 1990er-Jahre als missionarische Initiative orthodoxer Mönche und Nonnen, die gezielt Jugendliche aus der Punk-Szene ansprechen wollten. Mit Ikonenmotiven, Märtyrerbiografien und einer bewusst provokanten Ästhetik erreichte das Magazin internationale Aufmerksamkeit; zeitweise sollen rund 50.000 Exemplare im Umlauf gewesen sein und wurden auf Konzerten oder in Underground-Clubs verteilt.

Zu den prägenden Persönlichkeiten gehörte Justin Marler, der nach seiner Zeit mit der Doom-Metal-Band Sleep mehrere Jahre im Kloster lebte. Nach einer längeren Pause wurde das Projekt später von Konvertiten der St. Barnabas Antiochian Orthodox Church in Costa Mesa wiederbelebt, darunter John Valadez, der heute als orthodoxer Priester in Lompoc dient.

Rückblickend wird „Death to the World“ häufig als früher Versuch gesehen, orthodoxe Spiritualität in westliche Gegenkulturen hineinzutragen. Die Neuveröffentlichung fällt in eine Phase wachsenden Interesses an unkonventionellen Missionsformen im Westen, die Tradition, Askese und moderne Jugendkultur miteinander verbinden.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Kronprinz Philip das Tryphon-Fest mit einem Segen für die neue Weinbausaison beging.

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