Himmel und Hölle als Erfahrung derselben Gegenwart Gottes

Vortrag auf Photisis TV: Die orthodoxe Theologie deutet Paradies und Hölle nicht als Orte, sondern als unterschiedliche Erfahrungen der einen göttlichen Wirklichkeit.

Der orthodoxe Medienkanal Photisis TV hat am 14. Februar 2026 auf seinem YouTube-Kanal ein neues Video veröffentlicht: Ein geistlicher Vortrag beleuchtet die orthodoxe Lehre über das ewige Leben, das Gericht Gottes sowie die geistliche Wirklichkeit nach dem Tod auf Grundlage von Heiliger Schrift, Liturgie und den Heiligen Vätern.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die orthodoxe Sichtweise, dass Paradies und Hölle keine geografischen Orte seien, sondern unterschiedliche Erfahrungen derselben göttlichen Gegenwart. Das ungeschaffene Licht Christi werde von den Gerechten als Freude und Gemeinschaft mit Gott erlebt, während es für Unbußfertige zur schmerzhaften Konfrontation mit der Wahrheit werde. Entscheidend sei daher nicht Gott selbst, dessen Liebe allen Menschen gleichermaßen gelte, sondern der Zustand des menschlichen Herzens.

Unter Bezug auf biblische Zeugnisse und Kirchenväter wie Gregor Palamas wird erläutert, dass der Mensch sich frei zur Gemeinschaft mit Gott oder zur Entfernung von ihm entscheide. Die Hölle erscheine in orthodoxer Perspektive nicht als von Gott verhängte Strafe, sondern als freiwilliger Ausschluss von seiner Liebe. Auch die Eucharistie wird im Vortrag als „Vorschau auf die Ewigkeit“ beschrieben, die je nach innerer Haltung Heilung oder Gericht bedeuten könne.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage nach dem Zustand der Seele nach dem Tod. Die orthodoxe Überlieferung spricht von einer bewussten Zwischenzeit vor dem Jüngsten Gericht, in der die Seele bereits einen Vorgeschmack auf ihre zukünftige Erfahrung erhalte. Deshalb spiele das Gebet der Kirche für die Entschlafenen eine zentrale Rolle, da es Ausdruck der bleibenden Gemeinschaft über den Tod hinaus sei.

Abschließend wird in dem Video die orthodoxe Kirche als „geistliches Krankenhaus“ beschrieben, dessen Ziel die Heilung und Vergöttlichung des Menschen sei. Das gegenwärtige Leben gelte als Zeit der Entscheidung, in der der Mensch lerne, die göttliche Gegenwart als Licht und Freude zu erfahren. 



Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Kronprinz Philip das Tryphon-Fest mit einem Segen für die neue Weinbausaison beging.
 
 

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