„Außerhalb vom Haus des Vaters bleibt nur unendlicher Hunger“
Die Predigt von Erzpriester Matthias Zierenberg stellte das Gleichnis vom verlorenen Sohn als Bild für Freiheit, Verirrung und die stets offene Tür Gottes zur Umkehr dar.
In seiner Predigt zum Sonntag vom verlorenen Sohn, dem 8. Februar 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über das Spannungsverhältnis zwischen göttlicher Liebe und menschlicher Freiheit, über die Suche des Menschen nach Ablenkung in weltlichen Dingen und über den geistlichen Hunger außerhalb der Kirche. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend vom Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) stellte Erzpriester Matthias Zierenberg die Unbedingtheit der göttlichen Liebe der Begrenztheit menschlicher Liebe gegenüber. „Die Liebe des Vaters zum Sohn ist unendlich. Die Liebe des Sohnes zum Vater relativ“, sagte er und betonte, dass wahre Liebe nur in Freiheit möglich sei. Gott zwinge den Menschen nicht bei sich zu bleiben: „Die Kinder sind frei, sonst sind es keine Kinder, sonst sind es Knechte.“
Das freiwillige Verlassen des „Hauses des Vaters“ deutete der Prediger als Bild für den Menschen, der die Gaben Gottes genieße, sich aber von Gott selbst entferne. In der Ferne suche der Mensch Zerstreuung und Ersatzbefriedigung: „Der Mensch genießt seine Freiheit. Fete, Karneval, die Sünde hat freien Zugriff. Saufen bis zum Umfallen, bauen, so viel man will, angeben mit seinem Vermögen.“ Dabei gehe es oft um Fähigkeiten und Güter, „das Erbe, das man nicht selbst verdient hat“, sondern von Gott empfangen habe.
Ohne die „schützenden Mauern der heiligen Kirche“ verspiele der Mensch diese Gaben zwangsläufig. Zurück bleibe ein tiefer Mangel: „Bekommen wir Hunger, wenn wir die Gaben Gottes verzockt haben? Unendlichen Hunger.“ Weltliche Sicherungssysteme könnten diesen Hunger nicht stillen. Zierenberg sprach von freiwilligen Abhängigkeiten, die an die Stelle Gottes träten: „Regelmäßige Krankenkassenbeiträge, regelmäßige Rentenbeiträge, Versicherungen gegen Unfall, Unwetter, Hochwasser“, ebenso wie „Betäubung gegen Einsamkeit, Depression, Sinnlosigkeit“. Am Ende bleibe „nur Schweinefraß, Kapitalismus, Kommunismus, Nihilismus – aber auch hier wird der Mensch nicht satt“.
Zugleich unterstrich der Prediger die Hoffnung auf Umkehr. Erinnerungen an Glauben und Gebet könnten den Weg zurück eröffnen: „Der Weg zurück ist immer offen.“ Gott warte nicht ab, sondern komme dem Menschen entgegen: „Er sieht uns von ferne, er wartet schon.“
Auch der ältere Bruder stehe vor einer Entscheidung: Sein Neid schließe ihn nicht aus, „aber seine Böswilligkeit schließt ihn aus“. Zum Abschluss rief Zierenberg eindringlich zur Rückkehr in die kirchliche Gemeinschaft und zu den Sakramenten auf: „Eilen zur Kirche. Hier wartet der Vater, hier wartet der Sohn, hier wartet der Heilige Geist.“
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Kommission der Republika Srpska für das serbische Athos-Kloster Hilandar zwei Restaurierungsprojekte vorantreibt.
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