Bischof Johannes von Branitsa gedachte der Opfer des kommunistischen Regimes

Bischöfliche Liturgie und Panichida in der Kathedrale St. Nedelya in Sofia zum Gedenken an die Opfer des Kommunismus in Bulgarien. Foto: Patriarchat

In Sofia gedachte die Bulgarische-Orthodoxe Kirche am Sonntag, dem 1. Februar 2026, der Opfer des kommunistischen Regimes. In der Metropolitankathedrale St. Nedelya wurden eine bischöfliche Liturgie und eine Panichida gefeiert, verbunden mit dem Sonntag des Zöllners und des Pharisäers als Auftakt zur Vorbereitung auf die Große Fastenzeit. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.

Dieser Sonntag fiel in der Orthodoxen Kirche mit dem Gedenken an den heiligen Märtyrer Tryphon und dem ersten Vorbereitungssonntag zur Großen Fastenzeit zusammen. Zugleich ist er in Bulgarien ein staatlich eingeführter Gedenktag für die Opfer des kommunistischen Regimes. In diesem Jahr erinnerte die Kirche an den 81. Jahrestag der Vollstreckung der Todesurteile des sogenannten „Volksgerichts“ von 1945.

Mit dem Segen von Patriarch Daniil, Metropolit von Sofia und Patriarch von Bulgarien, fand in der Metropolitankathedrale St. Nedelya eine bischöfliche Liturgie mit anschließendem Gedenkgottesdienst für alle orthodoxen Christen statt, die dem atheistischen Regime in Bulgarien zum Opfer gefallen sind. Den Gottesdienst leitete Bischof Johannes von Branitsa, Erster Vikar des Metropoliten von Sofia, gemeinsam mit Geistlichen und Diakonen; der Kirchenchor gestaltete die Liturgie musikalisch.

In seiner Predigt erläuterte Bischof Johannes das Evangelium vom Zöllner und Pharisäer als geistliche Vorbereitung auf die Fastenzeit. Er stellte Demut und ehrliche Selbstprüfung dem Stolz und der Selbstgerechtigkeit gegenüber und rief die Gläubigen auf, den Weg innerer Umkehr zu gehen. Zugleich erinnerte er an unschuldige Opfer des kommunistischen Terrors, darunter zahlreiche Geistliche, und lud die Gemeinde ein, im Gedenkgottesdienst für sie zu beten.

Abschließend verwies der Bischof auf die historische Bedeutung des 1. Februar: In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar 1945 wurden führende Vertreter des bulgarischen Staates aufgrund von Urteilen des kommunistischen „Volksgerichts“ hingerichtet. Insgesamt verurteilte das Tribunal über 21.000 Menschen, mehr als 2.600 von ihnen zum Tode; unter den Opfern befanden sich auch über 250 orthodoxe Priester.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Daniil zu innerer Nachfolge Christi aufrief.

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