Wende im Eichstätter Finanzprozess: Staatsanwaltschaft zog Haftbefehl zurück

Das Landgericht München II verhandelt den millionenschweren Finanzskandal des Bistums Eichstätt (im Bild das Bischöfliche Palais) – der Prozess wird im Februar fortgesetzt. Foto: Ricardalovesmonuments/Wikipedia
Im Prozess um den millionenschweren Finanzskandal des katholischen Bistums Eichstätt hat die Staatsanwaltschaft München ihren Antrag auf erneute Untersuchungshaft gegen einen der Angeklagten überraschend zurückgenommen. Nach medizinischer Prüfung der Verhandlungsfähigkeit soll das Verfahren im Februar mit beiden Beschuldigten weitergehen, wie das katholische Nachrichtenportal domradio.de am 29. Januar 2026 berichtete.
Der angeklagte US-Immobilienentwickler muss vorerst nicht zurück ins Gefängnis. Wie ein Justizsprecher mitteilte, verzichtete die Staatsanwaltschaft auf den zuvor beantragten Haftbefehl, nachdem ein Sachverständiger zur gesundheitlichen Situation des Mannes gehört worden war. Der Angeklagte war mehrfach nicht zu Verhandlungsterminen erschienen, weshalb das Gericht zunächst von Fluchtgefahr ausgegangen war.
Die für die kommende Woche angesetzten Termine wurden aufgehoben. Das Landgericht München II plant nun, den Prozess am 10. Februar in Anwesenheit beider Angeklagter fortzuführen. Neben dem Entwickler steht ein früherer leitender Mitarbeiter der Finanzabteilung des Bistums vor Gericht. Beide sind keine Geistlichen.
Gegenstand des Verfahrens sind hochriskante Investitionen aus Bistumsvermögen in US-Immobilienprojekte in den Jahren 2014 bis 2016. Rund 60 Millionen Dollar waren angelegt worden, wovon ein erheblicher Teil verloren ging. Den Beschuldigten werden unter anderem Untreue, Bestechlichkeit sowie Steuerhinterziehung beziehungsweise Anstiftung dazu vorgeworfen. Am 5. März soll der frühere Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke als Zeuge aussagen.
Das Bistum hat parallel Zivilklage erhoben, das Verfahren ruht jedoch bis zum Abschluss des Strafprozesses. Nach Bekanntwerden des Skandals 2018 verschärfte die Diözese ihre Anlagerichtlinien und übertrug Investitionen an externe Fachleute. Nach eigenen Angaben konnte bislang etwa die Hälfte der verlorenen Gelder zurückgeholt werden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Varsanufie im rumänischen Kloster Dintr-un Lemn eine neue Äbtissin einsetzte.
Lesen Sie auch
Orthodoxe Jugendgruppe in Ulm veranstaltete einen Herbstball
Die Jugendgruppe „Znamenskije Vorobuschki“ pflegte mit traditionellen Tänzen die Ballkultur und brachte junge Menschen zu einem festlichen Abend zusammen.
Orthodoxe Jugendkonferenz in Braunlage-Hohegeiß angekündigt
Unter dem Motto „Mein Weg und meine göttliche Berufung“ beschäftigen sich junge orthodoxe Christen mit Glauben, Berufswahl und Lebensentscheidungen.
Open Doors will eine Million Unterschriften für Afrikas Christen sammeln
Open Doors hat die Petition „Arise Africa“ gegen die systematische Verfolgung von Christen südlich der Sahara gestartet.
Griechischer EU-Abgeordneter fordert Strategie zum Schutz von Christen
Nikolas Farantouris wandte sich nach Angriffen auf orthodoxe Christen in Äthiopien, Jordanien und Syrien mit einer schriftlichen Anfrage an Kaja Kallas.
Junge Orthodoxe aus drei Ländern pilgerten zum Heiligen Berg Athos
Jugendliche aus Deutschland, Österreich und Rumänien lernten das geistliche Leben der Athos-Klöster kennen.
Albaniens Kirchenoberhaupt sprach in Assisi über heutige Märtyrer
Erzbischof Johannes von Tirana, Durrës und ganz Albanien würdigte beim internationalen Friedenstreffen in Assisi das Zeugnis der Märtyrer.